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Ein kleiner Leitfaden für Tierheime

Finden sich Paare, darf man sie nicht trennen

Leider kommt es auch immer wieder vor, dass Wellensittiche und andere Ziervögel im Tierheim abgegeben werden. Um diesen Vögeln und anderen tierischen Bewohnern den, hoffentlich kurzen, Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, gilt es einige Grundregeln zu beachten.

Idealerweise erfolgt die Unterbringung der gefiederten Schützlinge in einem separaten Raum. Für einen nachtaktiven Hamster dürfte der tagaktive und laute Wellensittich ein äußerst nervtötender Mitbewohner sein. Umgekehrt kann der im Heu oder Stroh raschelnde Hamster im Dunkeln bei den schlafenden Vögeln zu panischem Losflattern und im schlimmsten Fall zu daraus resultierenden Verletzungen führen. Auch um die Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden, sollte eine räumliche Trennung der Ziervögel von anderen Kleintieren erfolgen.

Ist die räumliche Trennung nicht möglich, so müssen die Käfige mit genügend Abstand voneinander aufgestellt werden. Auf keinen Fall darf Einstreu und Kot aus den Vogelkäfigen in Nagerkäfigen landen und umgekehrt. Damit wären ansteckenden Krankheiten Tür und Tor geöffnet. Ebenso ist darauf zu achten, dass freilaufende Tiere wie Hunde oder Katzen nicht an die Vögel herankommen können.

Nur als gesund befundene Vögel dürfen zusammengesetzt werden

Kleinere Vogelarten wie Wellensittiche, Kanarien oder Zebrafinken sollten nicht zusammen mit größeren bzw. aggressiveren Sitticharten, wie Singsittichen oder Unzertrennlichen in einem Käfig gehalten werden. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Gesellschaft größerer Vögel einem Wellensittich oder Kanarienvogel ein Bein oder gar das Leben gekostet hat. Werden Vögel ohne Fußring abgegeben, so müssen diese nicht nachträglich beringt werden. Dazu sind nur Züchter aufgrund der Psittakoseverordnung verpflichtet.

Bei der Abgabe der Vögel ist es wichtig folgende Punkte zu beachten:

In Tierheimen sollten auch Naturäste zum Einsatz kommen

Wellensittiche sind Schwarmvögel und deshalb grundsätzlich nicht in Einzelhaltung abzugeben. Wenn jemand einen Partnervogel sucht, so sollte man auf das Geschlecht der Tiere achten. Da sich Wellensittichhennen oft nicht vertragen, ist es ungünstig zu einer einzelnen Henne eine weitere Vogeldame zu vermitteln.

Das Geschlecht eines Wellensittichs kann man nach der Jungmauser an der Wachshaut, auch Nuss genannt, bestimmen: Beim geschlechtsreifen Männchen ist die Wachshaut kräftig blau und intensiviert ihre Farbe, wenn der Hahn in Balzstimmung gerät. Neben Blau können Hähne mit bestimmten Farbschlägen auch eine rosa oder lila Nuss besitzen. Beim geschlechtsreifen Weibchen variiert sie von hellblau, mit zwei weißen Ringen um die Nasenlöcher, bis beige, bräunlich oder dunkelbraun. Eine Henne in Brutstimmung hat in der Regel eine kräftig braune Wachshaut.

Vor der Jungmauser ist es oft schwierig, das Geschlecht eines Wellensittichs zu bestimmen, aber mit ein bisschen Erfahrung ist auch dies möglich. Hier geht die Farbe der Wachshaut des jungen Hahns ins lila/bläuliche, die der jungen Henne ins weiß/bläuliche, oft mit weißen Ringen um die Nasenlöcher.

Sind mehrere Vögel in der Vermittlung, wäre es wünschenswert keine festen Paare zu trennen. Man kann schon nach wenigen Tagen beobachten, ob es sich um festverpaarte Vögel handelt. Diese sind daran zu erkennen, dass sie sich häufig gegenseitig kraulen und füttern.

Behinderte Vögel sollten möglichst nur an Halter vermittelt werden, die eine entsprechend behindertengerechte Umgebung bieten können. Für die Vermittlung in Volieren mit unterschiedlichen Vogelarten gilt: Es kommt auf die Mischung an! (siehe oben).

Uns ist durchaus bewusst, dass der stressige Alltag in einem Tierheim nur wenig Zeit lässt auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Tierart einzugehen. Auf unserer Homepage finden Sie alles über die artgerechte Haltung von Wellensittichen. Gerne stehen wir Ihnen in unserem Forum und per eMail mit Ratschlägen zur Verfügung. In unserem Forum finden Sie auch eine Vermittlungsplattform für Wellensittiche und alle anderen Vogelarten. Sollte in Ihrem Tierheim gar keine Möglichkeit bestehen, Wellensittiche oder andere Vogelarten unterzubringen, sind wir gerne bei der Vermittlung einer Pflegestelle behilflich.