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Haltungsmissstände

Ihr habt Haltungsmissstände in Zoohandlungen, Tierparks oder sonstigen öffentlichen Einrichtungen entdeckt und möchtet etwas dagegen tun?

Leider gibt es immer noch viel zu viele Zoohandlungen, Tierparks und sonstige öffentlichen Einrichtungen, deren Haltungsbedingungen alles andere als tiergerecht sind. Wie man Missstände erkennen und etwas dagegen unternehmen kann:

Was sind grobe Haltungsmissstände?

  • es sind offenkundig verletzte / kranke / tote Vögel in einer Voliere
    -siehe auch: Krankheiten erkennen
  • es sind Arten in einer Voliere, die nicht zusammen gehalten werden dürfen
    -siehe auch: Wellis & Co
  • es sind zu viele Vögel auf engem Raum zusammengepfercht
  • der Platz, an dem sich die Voliere befindet, ist dunkel, zugig, laut oder feucht
  • der Käfig oder die Voliere ist sichtlich verdreckt oder wirkt verwahrlost
  • es ist kein sauberes Wasser und/oder Futter im Käfig
  • die Voliere weist verrostete Stellen auf oder ist mit schädlichem Material beschichtet

Es gibt für Betriebe, die den Tierverkauf gewerbsmäßig betreiben, Mindesthaltungsvorschriften, die hier nachzulesen sind: TVT-Merkblatt 46

Hier ein paar Tipps zur Vorgehensweise:

1. Zunächst sollte immer das Gespräch mit der zuständigen Person gesucht werden. In Zoohandlungen ist dies der Geschäftsleiter, bei öffentlichen Volieren die Stadtverwaltung, meist das Grünflächenamt.
In Zoos oder Tierparks kann man versuchen, einen Tierpfleger ausfindig zu machen, oder man versucht später telefonischen Kontakt zu erhalten. Im Gespräch sollten die Missstände ruhig und sachlich angesprochen werden. Es ist immer positiv, wenn man bei der Beseitigung der Missstände seine Unterstützung anbietet.

2. Reagiert die zuständige Person einsichtig und verspricht die Missstände zu beseitigen, sollte optimalerweise 2-3 Wochen später der Einrichtung erneut ein Besuch abgestatten werden, um zu überprüfen, ob es sich hierbei nicht nur um leere Versprechungen gehandelt hat.

3. Werden die Missstände nicht beseitigt oder handelt es sich um grobes Zuwiderhandeln, kann nur das Veterinäramt eingreifen. Zuständig ist das Veterinäramt des Landkreises, in der sich die jeweilige Stadt befindet. Die Adresse findet man im Telefonbuch, in den Gelben Seiten oder im Internet auf der Homepage des Landkreises. Der örtliche Tierschutzverein ist dagegen nicht berechtigt, dem Tierhalter Auflagen zu erteilen, oder die Tiere sogar zu beschlagnahmen.

Die Zustände sollten immer schriftlich festgehalten werden. Hierbei sind folgende Angaben wichtig:

  • Datum und Uhrzeit der Beobachtung
  • Ort
  • detaillierte Beschreibung der Missstände
  • evtl. Personalien von Zeugen
  • wenn möglich Fotos von den Missständen anfertigen , die mit dem Handy eher unauffällig anzufertigen sind.

Diese Angaben sollten schnellstmöglich an das Veterinäramt geschickt werden, wenn möglich, sollte man das Schreiben vorher telefonisch ankündigen.

Musteranschreiben für das Veterinäramt

Oftmals ist es sinnvoll, Missstände auch über einen längeren Zeitraum zu dokumentieren. Bei erneuten Besuchen sollte man optimalerweise in Begleitung weiterer Personen dort erscheinen, um Zeugen benennen zu können. Sollte sich an den Zuständen nichts ändern, unbedingt nachhaken, was aus der Anzeige geworden ist.

Gerne hilft der VWFD e. V. bei der Beseitigung von Missständen, indem er Volierenbesitzer berät, Kontrollbesuche durchführt oder Kontakt mit dem Veterinäramt aufnimmt. Kontakt kann unter folgender E-Mail-Adresse aufgenommen werden: Koordinatoren-Tierschutz(at)vwfd.de