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Wellensittich entflogen – Was tun?

Registrieren bei Tasso

Wird die Ringnummer des Wellensittichs bei Tasso registriert, steigt die Chance, dass ein entflogener Vogel zum eigentlichen Besitzer zurückkommt.

Datum: 08.07.2010

Ist trotz aller Vorsicht doch ein Wellensittich ins Freie entwischt, sollte man möglichst schnell handeln. Draußen lauern für unsere gefiederten Mitbewohner viele Gefahren und besonders bei schlechtem Wetter stehen die Chancen nicht gut, dass ein entflogener Wellensittich lange überlebt.

Der Wellensittich hält sich noch in der Nähe auf:

Befindet sich der entflogene Vogel noch in der Nähe, kann man versuchen ihn wieder anzulocken. Manchmal klappt das allein durch die Rufe des Partners. Hierzu kann man versuchen, den anderen Wellensittich im Käfig nach draußen oder an das geöffnete Fenster zu stellen. Eine andere Möglichkeit wäre es, etwas Futter gut sichtbar zu platzieren.

Sitzt der Vogel dann am Futter oder auf dem Käfig des Partners, ist ein Kescher zum Fangen gut geeignet, weil man damit nicht so nah an den Vogel heran muss. Steht kein Kescher zur Verfügung, kann man auch versuchen, ein Handtuch über den Wellensittich zu werfen.

Wenn sich der Ausreißer in einem Baum oder an einem anderen erhöhten Ort befindet und sich nicht anlocken lässt, kann man ihn mit Wasser nass machen. Hierbei besteht allerdings die Gefahr, dass man den Vogel aufschreckt und er dann ganz wegfliegt. Ist der Vogel aber erstmal nass, wird er nicht mehr weit fliegen können, sondern in den meisten Fällen nur noch in Richtung Boden segeln, von wo er dann leicht mit einem Kescher eingefangen werden kann. Der nasse Vogel sollte schnell wieder zurück in die Wohnung gebracht werden, damit er sich nicht erkälten kann.

Ist der Welli nicht mehr in Sichtweite:

Die Ringnummer ist immer hilfreich

Häufig ist es aber leider so, dass Wellensittiche draußen in Panik geraten und einfach los fliegen. Sie wissen nicht, von wo aus sie gestartet sind, können also auch nicht mehr zurückfinden. Abgesehen davon sind Wellensittiche sogenannte Strich- oder Nomadenvögel. Das bedeutet, dass sie auf der Suche nach Nahrung immer weiter ziehen, also nicht in einem Gebiet bleiben und nicht darauf angewiesen sind, sich den Ausgangspunkt eines Fluges zu merken. In so einem Fall sollte man schnellstmöglich viele Leute darauf aufmerksam machen, dass ein Wellensittich entflogen ist.

Man kann Zettel an Laternenmasten und in Geschäften aufhängen und in den umliegenden Tierheimen Bescheid sagen. In den regionalen Zeitungen kann man Annoncen aufgeben, und vielleicht ist auch der regionale Radiosender bereit, eine Suchanzeige zu senden. Hier sollte man allerdings die Ringnummer nicht veröffentlichen, da sich sonst jeder als Besitzer des Vogels ausgeben kann. Eine weitere Möglichkeit ist es, im Fundbüro nachzufragen. Häufig stellen die Mitarbeiter auf eine Bitte hin auch eine Anzeige in die amtlichen Nachrichtenblätter.

Da, wie schon beschrieben, Wellensittiche manchmal von den Rufen der Artgenossen angelockt werden, kann man sich informieren, ob in der Nähe Außenvolieren stehen und deren Besitzer fragen, ob sie die Augen nach dem entflogenen Wellensittich offen halten könnten.

Auch in unserem VWFD-Forum gibt es die Möglichkeit Vermisstenanzeigen aufzugeben; ebenso in vielen anderen Wellensittichforen.

Der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe e. V. (ZZF) betreibt einen Vogelsuchdienst, an den entflogene Vögel gemeldet werden können. Das geht per Email (ringstelle@zzf.de) oder per Postkarte an
ZZF-Ringstelle
"Suchdienst"
Postfach 1420
63204 Langen.

Hat man Glück und den Ausreißer wieder eingefangen, sollte man darauf achten, dass er keine versteckten Krankheiten in sich trägt, die er sich draußen leicht einfangen kann, wie z. B. Spulwürmer. Deswegen ist es sinnvoll einen entflogenen Wellensittich von einem Tierarzt untersuchen zu lassen, bevor er wieder zurück zu seinen Kameraden darf.