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Die Mauser

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Susi in der Mauser

Zwei- bis dreimal im Jahr findet beim Wellensittich der Gefiederwechsel, auch Mauser genannt, statt. Dies ist ein natürlicher Prozess und keine Erkrankung.

Die Federn des Wellensittichs sind einerseits zur Fortbewegung und zum Fliegen da, andererseits aber auch für die Regulierung der Temperatur wichtig. Damit die Federn ihre Funktionen beibehalten, werden diese erneuert. Hierbei verliert der Vogel nicht alle Federn auf einmal, sondern nach und nach, wodurch die Flugfähigkeit erhalten bleibt.
Während die Feder wächst, ist sie von einer dünnen, weiß-durchsichtigen Hülle umgeben. Der Kiel ist stark durchblutet und hat daher eine blaßrosa Farbe. Ist das Längenwachstum abgeschlossen, öffnet sich die Feder von der Spitze zum Körper hin, die dünne Hülle fällt ab und es sind Schuppen im Gefieder zu erkennen. Ist die Neubildung abgeschlossen, wird die Feder nicht mehr durchblutet.
Die Mauser ist für den Wellensittich insgesamt sehr anstrengend, deshalb sollte man ihm während dieser Zeit besondere Pflege zukommen lassen.

Unterstützung während der Mauser

Olli mit Stachelkopf

Besonders wichtig ist die Versorgung mit genügend Vitaminen und Mineralstoffen durch eine ausgewogene Ernährung. Neben Körnerfutter sollten dem Wellensittich täglich Obst, Gemüse und Grünfutter zur Verfügung stehen – das gilt natürlich auch außerhalb der Mauserzeit. Während des Federwechsels kann allerdings diese „natürliche“ Versorgung mit Vitaminen & Co. nicht mehr ausreichen und man sollte sich beim Tierarzt unterstützende Präparate geben lassen. Ein weiteres, hilfreiches Nahrungsergänzungsmittel ist Propolis, es wirkt antibakteriell und unterstützt das Immunsystem. Es ist in der Apotheke erhältlich.
In größeren Mengen wird für die Gefiederbildung Kieselsäure benötigt, die beispielsweise in Gurke, Wegerich oder Vogelmiere vorkommt. Frisch aus dem Garten eine leckere Stärkung. Zur Pflege der Federn, reibt sich der Wellensittich generell - bei jedem Putzvorgang - mit einer ölhaltigen Substanz, die er aus der Bürzeldrüse erhält, sein Gefieder ein.

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Manche Wellensittiche verlieren im Verlauf der Mauser an Gewicht, wogegen man mit der Fütterung von besonderen Leckerbissen wie Kolbenhirse oder selbst gebackenen Knabberstangen entgegenwirken kann. Neben der Ernährung wirkt sich die Umgebung des Wellensittichs unterstützend auf die Mauser aus. Dazu zählen eine optimale Luftfeuchtigkeit, die etwa bei 60% liegt, sowie eine ausreichende Versorgung der Vögel mit UV-Licht, beispielsweise durch eine spezielle Vogellampe. Während des Gefiederwechsels nehmen die Vögel gerne auch ein Bad.

Besonderheiten

Stockmauser

Während der Mauser kann es passieren, dass an manchen Stellen entweder die Federn nicht richtig nachwachsen, sodass der Wellensittich etwas "gerupft" aussieht, oder dass die Federn sich nicht aus ihren Hüllen befreien. Hier kann ein Mangel an Nährstoffen/Vitaminen vorliegen, der unbedingt behoben werden sollte. Zusätzlich wäre es ratsam, beim vogelkundigen Tierarzt abzuklären, ob eine Erkrankung der inneren Organe vorliegt, denn Stoffwechselstörungen können auch zu einem verzögerten Federwuchs führen.

Schockmauser

Die Schockmauser dient zum Schutz eines Wellensittichs in Gefahrensituationen. Hierbei verliert der Wellensittich verhältnismäßig viele Federn auf einmal innerhalb kürzester Zeit. Dies verhilft ihm zur Flucht vor Angreifern.
Es kann schon einmal vorkommen, dass das Einfangen des Wellensittichs mit den Händen, beispielsweise beim Tierarzt oder bei der Gabe von Medikamenten, zu einer Schockmauser führt. Dann hält man anstatt des Vogels nur Federn in der Hand. Beim Abwurf der Federn hat der Wellensittich jedoch keinerlei Schmerzen.