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Wärmetherapie bei Erkrankungen

So sieht ein sehr kranker Wellensittich aus

Wenn ein Wellensittich mit aufgeplustertem Gefieder auf der Stange sitzt, viel schläft und wenig Bewegungsfreude hat, ist dies ein Zeichen dafür, dass der Vogel krank ist. Der Vogel zeigt mit seinen aufgeplusterten Federn, dass er friert. In einem solchen Fall sollte immer sehr bald der Rat eines vogelkundigen Tierarztes eingeholt werden. Als unterstützende Maßnahme bis zum Arztbesuch bzw. auch während einer medikamentösen Behandlung kann die Wärmetherapie angewandt werden. Es gibt zwei verschiedene Arten von Wärmelampen, mit denen der Wellensittich therapiert werden kann.

1. Wärmetherapie mit Rotlicht

Infrarotlichtbirne und Dunkelstrahlerbirne

Das Rotlicht wird in etwa 0,5m Entfernung vor dem Käfig aufgestellt. Es ist sehr wichtig darauf zu achten, dass nur eine Hälfte des Käfigs bestrahlt wird. Der Wellensittich muss die Möglichkeit haben, der Wärme ausweichen zu können. Die nicht-bestrahlte Hälfte des Käfigs sollte zur Lampe hin mit einem Tuch bedeckt werden. Bitte nicht die übrigen Seiten komplett abdecken, da es sonst zu einem Wärmestau unter dem Tuch kommen kann und der Vogel einen Hitzschlag erleiden kann.
Die Bestrahlung mit Rotlicht sollte max. 20 Minuten betragen (bitte in der Gebrauchsanweisung der Lampe nachlesen) und kann mehrmals täglich wiederholt werden.
Falls der Wellensittich immer mit geöffneten Augen vor der Lampe sitzen bleibt, sollte von einer länger andauernden Behandlung mit Rotlicht abgesehen werden. Es besteht sonst die Gefahr von Augenschäden oder sogar einer Erblindung.
TiPP: eine Lage Küchenpapier, die zwischen dem Wellensittich und dem Rotlicht angebracht wird, beugt den Augenschäden vor! Die Wärme gelangt dennoch ungehindert bis zum Wellensittich.

2. Wärmetherapie mit einem Dunkelstrahler

Ein Dunkelstrahler hat dem Rotlicht gegenüber die Vorteile, dass er zum einen keine Augenerkrankungen auslösen kann und zum anderen auch von Wellensittichen angenommen wird, die vor dem Rotlicht Angst haben. Des Weiteren ist es von Vorteil, dass ein Dunkelstrahler auf einen 24-Stunden-Betrieb ausgelegt ist und somit einem kranken Wellensittich den ganzen Tag über Wärme spenden kann.
Auch hier ist darauf zu achten, dass nur eine Käfighälfte bestrahlt wird, damit der Wellensittich der Wärme ausweichen kann. Der Abstand zum Vogel sollte etwas weniger als 0,5 m betragen. Eine Abdeckung der anderen Käfighälfte ist nicht zwingend erforderlich, da die Strahler nur in einem engen Radius Wärme abgeben.
Erhältlich sind Dunkelstrahler im Zoofachhandel (Terrarienabteilung). In der Regel ist ein 100W Strahler ausreichend. Da Dunkelstrahler sehr heiß werden können, werden zusätzlich spezielle Keramikfassungen für diese Strahler benötigt.

Bitte unbedingt beachten: Die Wärmetherapie ersetzt NICHT den Besuch bei einem vogelkundigen Tierarzt! Nach dem Einschalten der Lampe sollte mit der Hand im Käfig die Temperatur kontrolliert werden. Wenn die Hand angenehm warm wird, dann ist der Abstand der Lampe genau richtig.
Die Wärmetherapie ist bei blutenden Wunden und bei einem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung nicht indiziert! Hier kann es zu einer Verstärkung der Blutung und zu einer Verschlechterung der Symptome kommen. Ebenso sollte bei Brüchen auf eine Behandlung mit Wärme vezichtet werden. Während der Benutzung der Wärmelampen sollte aufgrund der Verbrennungsgefahr kein Freiflug erlaubt sein.
Empfohlen wird, die Luftfeuchtigkeit während der Wärmetherapie zu erhöhen, um ein Austrocknen der Schleimhäute des kranken Vogels zu vermeiden.
Falls keine Wärmelampe vorhanden ist, kann notfalls auch einfach die Heizung höher gedreht werden. Bei herzkranken Vögeln sollte generell so vorgegangen werden, da eine direkte Wärmebestrahlung das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belastet.