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PBFD

Name und Herkunft der Krankheit

Die Abkürzung PBFD steht für Psittacine Beak and Feather Disease (Schnabel-und Federkrankheit bei Papageienvögeln). Anhand dieser Bezeichnung kann man bereits die wichtigsten Kennzeichen der Erkrankung erkennen: Sie kommt bei Psittaciden, also Sittichen und Papageien vor und es sind häufig Schnabel und Federn der Vögel betroffen.

Die Krankheit wird durch Circoviren ausgelöst. Diese sind sehr widerstandsfähig, sie können wahrscheinlich mehrere Jahre außerhalb des Wirtes überleben und sind auch gegen fast alle Desinfektionsmittel resistent. Lediglich das Desinfektionsmittel F10 scheint die Viren abtöten zu können. Einen Impfstoff gibt es zurzeit leider noch nicht.

Übertragung

Die Viren werden über Gefieder- und Kotstaub, sowie über den Kropfinhalt übertragen.
Ob eine Ansteckung über an Kleidung hängengebliebenem Staub möglich ist, bleibt umstritten. Man geht davon aus, dass größere Mengen Staub nötig sind, um das Virus zu übertragen. Sollte man einen Halter mit PBFD im Bestand besuchen, ist es ausreichend, anschließend die Kleidung zu wechseln und die Haare zu waschen, bevor man wieder Kontakt mit gesunden Vögeln hat.

Die infizierten Vögel dürfen keinen Kontakt zu nicht infizierten Krummschnäbeln haben. Das heißt, es dürfen keine gesunden Vögel mehr gekauft oder in Pflege genommen werden, da sich diese mit dem Virus anstecken würden.

Symptome

Es gibt zwei verschiedene Krankheitsverläufe:

Akuter Verlauf:
Kann bei Nestlingen und Jungvögeln auftreten, diese leiden an Apathie und Appetitlosigkeit, außerdem fallen die Federn aus. Viele erkrankte Jungvögel sterben nach kurzer Zeit.

Chronischer Verlauf:
Kann bei Jung- und Altvögeln auftreten. Da die Krankheit nicht bei allen Vögeln gleich verläuft, gibt es keine typischen Symptome. Es kann passieren, dass der Gefiederzustand bei jeder Mauser schlechter wird, dass also immer mehr Federn ausfallen, bzw. nur noch verkrüppelt nachwachsen.

Allerdings gibt es auch viele Wellensittiche, bei denen sich das Gefieder nach einiger Zeit wieder verbessert oder die gar keine Symptome mehr zeigen. Dies tritt vor allem dann auf, wenn die Vögel bei der Ansteckung schon älter waren.

Das Immunsystem von infizierten Vögeln ist in der Regel geschwächt, was zu einer verstärkten Anfälligkeit für Sekundärinfektionen, wie Bakterien - und Pilzerkrankungen führen kann. Außerdem können Schnabelveränderungen, wie beispielsweise ein verstärktes Wachstum auftreten. Ein zu langer Schnabel (der häufig zusätzlich noch porös ist) sollte regelmäßig vom vogelkundigen Tierarzt gekürzt werden, da der Vogel sonst Probleme beim Fressen bekommt.

Diagnose

Für den Nachweis der Krankheit werden Federn gezogen, die möglichst noch im Wachstum oder schon verkrüppelt sind. Der Nachweis der Viren erfolgt dann über eine Laboranalyse der gezogenen Federn. Es empfiehlt sich einen Kombitest auf PBFD und Polyoma (auch „französische Mauser“ genannt) machen zu lassen, da beide Krankheiten ähnliche Symptome aufweisen.
Garantien für die Richtigkeit des Tests werden vom Labor nur für PBFD-positive Resultate übernommen, weil es leider oft zu einem falsch-negativen Ergebnis kommt. Bei Wellensittichen, die Symptome zeigen, aber negativ auf PBFD und Polyoma getestet wurden, sollte der Test nach ca. 8 Wochen wiederholt werden.

Grundsätzlich ist es so, dass auch andere Erkrankungen, wie Federrupfen, Vitamin- oder Mineralstoffmangel, Hormonstörungen und Pilzinfektionen ähnliche Symptomatiken aufweisen, wie PBFD. Ein federloser Papagei oder Sittich hat nicht zwangsläufig diese Erkrankung.

Behandlung

Eine Heilung von PBFD ist nicht möglich, es kann aber versucht werden das Immunsystem zu stärken.

Hierfür ist eine ausgewogene Ernährung mit vielen Vitaminen notwendig. Es sollte also möglichst täglich frisches Obst, Gemüse und Grünfutter angeboten werden. Außerdem wirken sich ausreichende Bewegung, ganztägiger Freiflug und viel frische Luft positiv auf den Gesundheitszustand der erkrankten Vögel aus.

Zusätzlich können kurweise Vitaminpräparate, homöopathische Mittel und Lactobazillen gegeben werden, allerdings nur in Absprache mit einem vogelkundigen Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

Zur Unterstützung der Federbildung ist Kieselsäure geeignet, die in Gurke und Spitzwegerich in großen Mengen enthalten ist.

Unnötiger Stress sollte vermieden werden, wie z. B. häufiger Standortwechsel oder regelmäßiges Einfangen - eine Ausnahme ist hierbei die Gabe von notwendigen Medikamenten. Es ist ratsam, die Vögel, während eines Urlaubs zu Hause betreuen zu lassen, möglichst von einer Person, die über PBFD informiert ist. Eventuell kann man eine gegenseitige Urlaubsbetreuung mit einem Halter vereinbaren, der ebenfalls PBFD im Bestand hat.
Besonders solche Wellensittiche, die nur noch wenig Federn haben, dürfen keine Zugluft abbekommen und man muss darauf achten, dass sie nicht frieren.

Wenn möglich, sollte man Maßnahmen treffen, die die Verbreitung des infektiösen Federstaubs in der Wohnung einschränken (z.B. Aufenthalt der Vögel in einem Raum, Verwendung eines separaten Staubsaugers, Anschaffung eines Luftreinigers).

Viele Halter berichten, dass sich eine spezielle UV-Lampe für Vögel positiv auf den Gefiederzustand auswirkt.