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Meine Henne legt Eier, was kann man tun? -
Ungewollte Eier

In der Regel legen Wellensittiche ohne angebotenen Nistkasten keine Eier. Dennoch kann es passieren, dass eine Henne Eier legt, auch wenn man nicht züchten möchte. Hennen die brüten wollen, suchen sich an jeder erdenklichen Stelle eine Nistmöglichkeit. Oft wird das nicht gleich bemerkt, wenn sie sich dunkle Nischen zwischen Büchern oder Gefäße als Nestersatz auserkoren haben. In den einfachsten Fällen, lassen sie die Eier einfach von der Stange aus herunter fallen oder legen die Eier auf den Boden.

Was ist zu tun? Ausbrüten lassen oder die Eier sterilisieren?

Eier

Das Erste und auch noch das zweite gelegte Ei kann der Henne ohne Probleme weggenommen werden. Oft löst sich dadurch das Problem von ganz alleine und die Henne legt keine weiteren Eier mehr. Gleichzeitig muss aber auch der gewählte Nestersatz entfernt, bzw. unzugänglich gemacht werden.

Folgen dennoch weitere Eier, sollte man die Eier sterilisieren. Wichtig ist, dass man die Eier nicht mehr einfach so entfernt, denn dann kann es passieren, dass die Henne immer weiter nachlegt, um ihr Gelege zu vervollständigen. Dieser Vorgang ist sehr anstrengend und kräftezehrend für die Henne. Auch kann das im schlimmsten Fall zu einer Legenot führen, die leider sehr schnell tödlich enden kann, sollte sie nicht zeitnah von einem vogelkundlichen Tierarzt behandelt werden.

Legt die Henne erneut Eier, sollten diese in einen Nistkasten gegeben werden. Hier hat man eine bessere Kontrolle über das Gelege, kann die Eier übersichtlicher sterilisieren und austauschen. Auch das Entfernen des aufgegebenen Geleges ist einfacher zu handhaben.

Die Eier ausbrüten lassen

Kücken

Die Entscheidung, die Eier ausbrüten zu lassen, sollte gut überlegt sein. Auch wenn man nur einmalig mit Wellensittichen züchten möchte, sollte man sich vorher ausführlich informieren, da bei einer Brut zahlreiche Probleme auftreten können. Mit einer unvorbereiteten Brut riskiert man die Gesundheit, wenn nicht sogar das Leben der brütenden Henne und ihrer Küken.

Da eine Henne normalerweise drei bis acht Eier legt, sollte man sich vor der Zucht immer Gedanken darüber machen, ob die Küken alle bleiben können, falls man sie nicht in ein artgerechtes Zuhause vermitteln kann.

Die Eier sterilisieren und / oder austauschen

In den ersten beiden Tagen nach dem Legen befinden sich im Ei lediglich der Dottersack und das Sperma. Erst danach entwickeln sich die ersten Adern und man kann, etwa ab dem fünften Tag, ein Herzchen schlagen sehen. Aus diesem Grund müssen die Eier am Tag des Ablegens, spätestens aber am darauf folgenden Tag sterilisiert werden. Möchte man verhindern, dass Küken schlüpfen und handelt rechtzeitig, muss man keine Gewissensbisse haben.

Es gibt mehrere Methoden die Eier zu sterilisieren:

Abkochen
Man kann die Eier abkochen. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass das Wasser auch wirklich kocht. Die so behandelten Eier sollten, bevor man sie zurück in den Kasten gibt, mit einem Stift gekennzeichnet werden, damit man nicht versehentlich ein frisch gelegtes Ei übersieht.

Austauschen
Eine andere Möglichkeit ist es, die Eier durch Plastikattrappen auszutauschen. Diese sind im Zoofachhandel erhältlich. Diese Kunststoffeier habe oftmals scharfe Kanten durch die Schweißnähte, welche sich aber leicht mit einer kleinen Feile abschleifen lassen.
Das ausgetauschte Ei sollte nur zerstört entsorgt werden, denn auch ohne das Bebrüten der Henne kann sich erstmal Leben im Ei bilden. Gerade zu Beginn ist für die Entwicklung des Kükens nur eine geringe Wärme nötig. Der Größenunterschied zwischen den künstlichen und den echten Eiern stört die Henne in der Regel nicht. Alternativ können auch Plastikeier für Kanarienvögel untergelegt werden.

Anstechen
Eine weitere Methode, die jedoch nicht immer sicher ist, besteht darin, die Eier mit einer Nadel anzustechen. Von dieser Methode ist abzuraten, da sie zu unsicher ist und sich unter Umständen trotz des Anstechens ein lebensfähiger Embryo entwickeln kann. Auch kann es zu Fäulnis im Ei kommen, was eine Gesundheitsgefahr für die Henne darstellt.

Man kann die Eier also bebrüten lassen und dafür sorgen, dass keine Küken schlüpfen. Das sterilisierte oder künstliche Gelege darf erst entfernt werden, wenn die Henne es aufgibt und verlässt.

Erste Maßnahmen bei gesteigerter Brutlust / Legezwang

Der Tretakt

In den meisten Fällen hat sich die Brutlust damit erledigt, manche Hennen geraten aber auch in einen Legezwang, sie legen also immer weiter, obwohl die Bedingungen für eine Kükenaufzucht nicht gegeben sind. Dies sollte möglichst schnell gestoppt werden.

Eine gesteigerte Brutlust kann man durch Veränderung der Haltungsbedingungen eindämmen. Es wäre ratsam, die Tageslichtdauer einzuschränken, eine Bird-Lamp (UV-Lampe für Vögel) sollte in dieser Zeit nur wenige Stunden am Tag eingeschaltet, am besten aber ganz abgeschaltet sein.
Eine Futterumstellung ist sehr wichtig. Grünfutter und Keimfutter regen aufgrund ihres hohen Proteingehalts die Brutlust an, es sollte deshalb während dieser Phase ganz darauf verzichtet werden und nur Grundfutter, stark reduziert, angeboten werden.
Da das Eierlegen für die Henne sehr kräftezehrend ist, muss, gerade in dieser Zeit, die Vitamin-und Mineralstoffzufuhr gewährleistet sein. Vitaminpräparate sollten über Trinkwasser oder Grundfutter zugegeben werden. Eine Gabe von Kalk in Form von Kalksteinen oder Sepiaschalen* ist ebenfalls von Nöten, um einem Windei und/oder einer Legenot weitestgehend vorzubeugen. Auch eine Temperatursenkung ist ratsam, soweit das natürlich möglich ist.

Übersteigerte Brutlust

Sollte die Henne trotzdem immer wieder Eier legen, kann man einen Tierheilpraktiker oder aber, wenn das nicht sehr zeitnah eine Verbesserung bringt, einen vogelkundigen Tierarzt zu Rate ziehen. Es gibt sehr gute homöopathische Mittel gegen übersteigerte Brutlust.

Hormonbehandlung / Operation

Haben die Maßnahmen keinen Erfolg und die Henne wird langsam schwächer oder die Gefahr einer Legenot wird immer größer, kann eine Hormonbehandlung helfen.
Wenn eine Henne schon in Lebensgefahr schwebt oder eine Legenot bereits eingetreten ist, gibt es als letzte Möglichkeit die Legedarmentfernung. Diese Operation ist, wie jeder Eingriff, immer mit einem Risiko verbunden. In den meisten Fällen aber verkraften die Hennen das sehr gut.
Diese Behandlungsformen müssen im Vorfeld sehr sorgfältig mit einem vogelkundigen Tierarzt abgesprochen werden.

*Sepiaschalen bieten eine sehr reine und hochwertige Calciumquelle. Häufig ist zu lesen, dass diese jedoch im Verdacht stehen Legenot auszulösen. Dies ist wissenschaftlich weder zu belegen noch zu erklären. Solche Aussagen spiegeln die Erfahrung und Einschätzungen von Privatzüchtern wieder.