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Psittakose – Papageienkrankheit

Was ist Psittakose?

Diese auch als Papageienkrankheit bezeichnete Infektion wird durch das Bakterium Chlamydophila psittaci verursacht. Dieser Erreger kann neben allen Vogelarten auch Säugetiere und den Menschen befallen. Daher zählt die Psittakose zu den sogenannten Zoonosen - die auf Menschen übertragbaren Krankheiten.

Bei Papageienvögeln wird die Krankheit als Psittakose bezeichnet, bei allen anderen Vögeln als Ornithose. Diese Differenzierung resultiert daraus, dass in den 70er Jahren eine genaue Unterscheidung des Krankheitserregers noch nicht möglich war und man irrtümlich von verschiedenen Erregern ausging. Da Chlamydophila psittaci erstmals bei einem Papagei nachgewiesen wurde, hat sich der Begriff Papageienkrankheit eingebürgert.

Dies hat auch zur Folge, dass auf Papageienvögel die Psittakose-Verordnung im Verdachts- und Krankheitsfall zwingend angewendet werden muss, während sie bei allen anderen Vögeln als eine Kann-Verordnung gilt und der zuständige Amtstierarzt über die Anwendung entscheidet.

Psittakose-Verordnung

Im § 17g des Tierseuchengesetzes ist festgelegt, dass für die Zucht von und den Handel mit Papageien und Sittichen eine behördliche Erlaubnis erforderlich ist. Die weiterführenden Vorschriften für Zucht und Handel finden sich in der Psittakose-Verordnung.

Dort finden sich Angaben zur Beringung der Vögel, zur Nachweispflicht und die Regelungen für den Umgang mit der Psittakose, sowohl im Verdachtsfall, als auch im bestätigten Fall. In letzterem Fall ist der zuständige Amtstierarzt befugt die Tötung des gesamten Vogelbestandes anzuordnen, um die Verbreitung der Seuche zu verhindern. Psittakose ist behandelbar. Leider kommt es in Einzelfällen vor, dass gerade Amtstierärzte, die sich mit Ziervögeln nicht auskennen, von der Möglichkeit der Bestandstötung auch Gebrauch machen. Dagegen kann man sich als Vogelhalter nur mittels einstweiliger Verfügung wehren.

Den vollständigen Gesetzestext kann man beim Service des Bundesministeriums für Justiz “Gesetze im Internet” nachlesen.

Psittakose-Verordnung

Tierseuchengesetz

Symptome, Diagnose und Behandlung beim Vogel

Wie viele Vögel den Erreger der Papageienkrankheit latent in sich tragen, ohne dass es zum Ausbruch kommt, ist nicht bekannt. Oft zeigen sich in diesen Fällen nur eine erhöhte Kükensterblichkeit und unerklärliche Todesfälle, die sich auch mit anderen Gründen, wie z. B. dem Alter eines Tieres erklären ließen.

Kommt es zum Ausbruch der Erkrankung können die Symptome vielfältig sein, Plustern, angestrengte Atmung, Durchfall oder Augenentzündung. Gerade letzteres gilt als sicheres Anzeichen einer Psittakoseerkrankung. Ohne Behandlung tritt der Tod bei betroffenen Tieren meist innerhalb von 8 bis 14 Tagen ein.

Als Diagnosemöglichkeit wurde lange die Untersuchung einer Kotprobe genutzt. Inzwischen hat sich gezeigt, dass der Nachweis von Chlamydophila per Tupferproben weitaus zuverlässiger ist. Zu diesem Zweck werden Abstriche von der Lidbindehaut am Auge, vom Kropf und von der Kloake in genau dieser Reihenfolge mit einem Tupfer gemacht.

Bestätigt sich der Verdacht, so schreibt der Gesetzgeber die Behandlung mit Doxycyclin (Chlortetracyclin) oder alternativ mit Baytril (Enrofloxacin) vor. Die Behandlung mit diesen Antibiotika sollte immer in Rücksprache mit einem vogelkundigen Tierarzt und dem zuständigen Amtstierarzt erfolgen. Nach Abschluss der Behandlung werden erneut Tupferproben wie vor beschrieben entnommen.

Symptome, Diagnose und Behandlung beim Menschen

Beim Menschen führt Chlamydophila psittaci zu grippeähnlichen Symptomen, bis hin zur Lungenentzündung. Wie bei vielen Erkrankungen sind auch hier besonders alte Menschen, kleine Kinder und chronisch Kranke am meisten gefährdet und sollten im Verdachtsfall jeden weiteren Kontakt zu den Vögeln meiden.

Besteht der Verdacht, sollte man seinen Hausarzt auf diese Infektionsmöglichkeit durch die Vögel hinweisen. Die Diagnose kann mittels eines Bluttests gestellt werden. Auch beim Menschen erfolgt die Behandlung durch das Antibiotikum Doxycyclin.

Schutzmaßnahmen / Desinfektion

Oberstes Gebot bei Psittakose ist absolute Hygiene. Neben dem behandelnden Tierarzt sollte die Versorgung der betroffenen Vögel auf eine einzige Person beschränkt werden. Die Räumlichkeiten in denen sich die Tiere befinden, dürfen dann nur noch mit Schutzkleidung und Mundschutz betreten werden.

Es dürfen keine Tiere in den Bestand gebracht werden oder daraus entfernt werden. Diese Quarantäne gilt für einen Zeitraum von 3 Monaten bzw. 100 Tagen. Daher ist auch der Eingangscheck für Neuzugänge so wichtig.

Der Raum in dem sich die Vögel befinden, ist täglich zu reinigen und zu desinfizieren. Auch diese Maßnahmen sind mit dem behandelnden Tierarzt und dem Amtstierarzt abzusprechen. Die Anordnung zu Hygienemaßnahmen erfolgt durch den Amtstierarzt. Vogelkundige Tierärzte empfehlen für die Reinigung gründliches Abschrubben mit Spül- oder Waschmittel und anschließende Desinfektion. Venno FF ist hierfür ein bewährtes Desinfektionsmittel. Alle Äste, Holzspielzeuge, Korkrinde oder Kokosnüsse sollten gemäß Psittakose-Verordnung verbrannt oder entsorgt werden.

Fazit

Die Diagnose Psittakose hat heute viel von ihrem Schrecken verloren. Therapien sind möglich, so dass der Ausbruch der Krankheit nicht zwangsläufig zum Tod der betroffenen Vögel führen muss.

Als Vogelhalter sollte man dennoch vorsichtig sein und beim Auftreten der oben beschriebenen Krankheitssymptome den Hausarzt aufsuchen.