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Verwendung der Spenden

Ricky benötigte dringend BehandlungDer größte Teil der Spenden fließt direkt in die Versorgung der uns anvertrauten Wellensittiche.
Der VWFD entscheidet jedes Jahr auf seiner Mitgliederversammlung über den Betrag, der für Tierarztrechnungen, Fahrtkosten, Unterbringung und Versorgung der VWFD-Vögel zur Verfügung stehen soll. Die Möglichkeiten der Ausgaben richten sich natürlich nach unseren planbaren Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen. Daher ist die Planung immer sehr knapp bemessen. Schließlich fallen noch andere Kosten an, z. B. für die Öffentlichkeitsarbeit. Für das Jahr 2010 waren 2000,- € für die Notfallversorgung eingeplant. Dieser Betrag wurde im Oktober 2010 bereits überschritten - um das Defizit auszugleichen, fließen neben den Einnahmen des Kalenders auch alle privaten Spenden in den direkten Tierschutz. Dies kann neben den anfallenden o. g. Kosten auch mal ein Käfig für ein Tierheim sein oder die Ausstattung einer Voliere, damit wir dort Vögel unterbringen können.

Im Laufe der Zeit finden sich in dieser Rubrik detaillierte Beschreibungen von Notfällen und den entsprechenden Kosten. Diese Fälle sind Beispiele für viele weitere Wellensittiche, die in der Obhut des VWFDs sind und von den Spenden profitieren.

Aktuelle Fälle, die dringend auf Spenden angewiesen sind, finden sich hier.

2013

Leni aus Krefeld

An einem grauen Januartag kauerte die weiße Henne Leni in einer Ecke ihres Käfigs und fragte sich, wie lange sie diese Schmerzen wohl noch würde ertragen müssen. Und ob sie es überhaupt so lange noch würde aushalten können, denn das Zwicken und Drücken in ihrem Bauch war kaum noch auszuhalten. Fressen wollte sie schon gar nicht mehr, denn obwohl sie kaum noch was zu sich nahm, hatte sie das Gefühl, bis obenhin voll zu sein.

Leni matt und müde

Dabei hatte es eigentlich recht harmlos angefangen. Ein bisschen Durchfall war es gewesen. Nun ja. Das ist nicht schön, aber Leni hatte sich gewissenhaft bemüht, die zarten Federn ihres Popöchens immer sauber zu halten. Leider hatte es nicht so richtig geklappt, denn der Durchfall war sehr klebrig gewesen und mit der Zeit verschmierten die Federn immer mehr. So sehr sie sich auch abmühte, es war schier unmöglich alles wegzuputzen. Immer mehr Kot blieb hängen. Und so konnte Leni wenig anderes machen, als versuchen, ihre Misere bestmöglich zu verbergen. Denn jeder Wellensittich weiß, dass er Schwäche, Unwohlsein oder gar Krankheit auf keinen Fall zeigen sollte.
Und so schaffte es Leni, vor ihren Federlosen zu verbergen, dass sich immer mehr Kot an ihrem Pogefieder sammelte. Fairerweise musste sie zugeben, dass es auch nicht schwer war, ihren Federlosen etwas zu verheimlichen, da diese sich ja sowieso so gut wie gar nicht für Leni und ihre fünf gefiederten Freunde interessierten. Die anderen Schwarmmitglieder merkten es natürlich schon; alleine der Geruch war ja schon überdeutlich wahrnehmbar. Nur merkte Leni bald, dass dieser üble Geruch wohl das geringste ihrer Probleme war, denn der Kotballen an ihrem Po hatte langsam aber sicher die Größe eines Taubeneis erreicht und verstopfte nun ihre Kloake. Damit war es Leni nicht mehr möglich das zu tun, was jeder Wellensittich sonst problemlos schafft: kleine wohlgeformte Kotbällchen absetzen.

Wie groß ihre Probleme wirklich waren, begann Leni schon kurz darauf zu ahnen. Sie hatte das Gefühl, innerlich immer voller und voller zu werden und ständig unter Druck zu stehen. An Fressen war schon gar nicht mehr zu denken, denn wo hätten diese Körnchen noch hin sollen?
Und so saß Leni in ihrer Ecke und fragte sich, wie das alles nur enden sollte. Sie hatte schon einige Versuche unternommen, diesen riesigen, steinharten Kotballen mit ihrem zierlichen Schnabel zu zernagen, aber es ging einfach nicht. Sie fühlte sich auch gar nicht mehr in der Lage, die geschmeidig-gelenkigen Bewegungen durchzuführen, die notwendig gewesen wären, um an den Kotballen heranzukommen.

Lisa

Leni warf einen müden Blick rüber zu ihrer Freundin Mira. Die kleine blaue Henne konnte nur noch wenig sehen und saß ebenfalls ganz abgekämpft auf einem Ast. Was immer mit Mira war, sie fühlte sich offensichtlich genauso elend wie Leni. Sie beschloss, sich neben ihre Freundin zu setzen; wenn sie beide sich etwas zurückzögen, könnten sie dem lebhaften Gequatsche der anderen vier Schwarmgenossen vielleicht etwas ausweichen. Doch schon beim Platzwechsel merkte Leni, wie sehr sie ihr ganzer Körper bei jeder kleinsten Bewegung schmerzte. Nein, das war wirklich kaum mehr auszuhalten. Aber Hilfe war leider weit und breit nicht in Sicht.

Der Tag verging und es wurde Abend. Leni richtete sich auf eine weitere schlaflose Nacht voller Schmerzen ein, als es plötzlich im Zimmer recht laut wurde. Offensichtlich war gerade eine neue Federlose angekommen. Und sie schien sich sehr für Leni und ihre Freunde zu interessieren. Sofort richtete Leni sich auf; jetzt nur keine Schwäche zeigen. Doch die neu angekommene Federlose ließ sich nicht täuschen, griff in den Käfig und fing Leni schon nach kurzer Jagd ein.
Leni war in Panik. Nicht nur, weil die Griffe der Federlosen sehr beängstigend sind, sondern auch weil jeder noch so kleine Druck auf ihren Körper extrem schmerzhaft war. Als wüsste die Federlose von Lenis Pein schien sie sich die größte Mühe zu geben, vorsichtig zuzugreifen und beruhigende Worte zu murmeln. Dann machte sie sich an Lenis Problemzone zu schaffen. Leni wäre vor Schmerz am liebsten gestorben: der Kotballen erstreckte sich von ihren Beinen bis hin zur Mitte ihres Schwanzes und war fest mit den Federchen in diesem sensiblen Bereich verklebt. Die Federlose stellte schnell fest, dass dieser harte Brocken nicht einfach abzulösen war. Doch beharrlich versuchte sie mit lauwarmem Wasser den harten Kot nach und nach aufzuweichen. Es stank entsetzlich. Und es ziepte und zerrte an allen Federn rund um den Po. Leni merkte zwar, dass diese Federlose ihr helfen wollte, konnte sich vor Schmerz aber nicht beherrschen und biss immer wieder in die Finger der sie haltenden Hand. Sie wollte nur noch weg.
Leni Doch plötzlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, schien sich etwas an der Kloake zu lösen und der ganze Druck in Lenis Körper strömte nach außen. Leni versuchte besser zu sehen, was da passiert war und erkannte einen ganz langen Kotstrang; fast so lang wie ihre längste Schwanzfeder. Kein Wunder, dass sie solche Schmerzen gehabt hatte, bei dieser Menge an Kot!
Die Federlose reinigte behutsam mit lauwarmem Wasser Lenis verschmutztes Gefieder und murmelte nur etwas von „unfassbar roter und geschwollener Haut rund um die Kloake“. Danach setzte sie Leni zurück in den Käfig. Leni war zu geschafft, um erleichtert sein zu können, aber sie sah ganz deutlich, wie in den Augen der Federlosen Tränen voller Mitleid standen, bevor diese wieder das Zimmer verließ.

Leni war müde und alles rund um den Po tat ihr weh. Aber wenigstens hatte sie nicht mehr das Gefühl, gleich platzen zu müssen. Hunger hatte sie keinen; aber schlafen konnte sie wenigstens wieder. Und sie träumte von einem rettenden Engel, der das Gesicht der unbekannten Federlosen hatte. Wie schön wäre es doch, wenn diese freundliche und hilfsbereite Federlose sie hier rausholen könnte. Dann hätte sie vielleicht doch noch eine Chance, wieder richtig gesund zu werden.

Henry

Zwei Tage später geschah ein Wunder: Die nette Federlose war zurück. Sie holte kleine Transportkäfige hervor und fing sowohl Leni als auch ihre fünf Freunde ein. Zusammen fuhren sie dann zu einem Federlosen, der als vogelkundiger Tierarzt bezeichnet wurde. Der schaute sich Leni ganz genau an und meinte, sie habe viele Hefepilze und andere Keime im Kropf. Außerdem habe sie einen Tumor an der Bürzeldrüse und sei stark untergewichtig. Aber bevor man an eine OP denken könne, müsse sie erst wieder zu Kräften kommen und an Gewicht zulegen. Dann prüfte der Tierarzt auch Mira und meinte, sie habe Megas und sei ebenfalls unterernährt. Anschließend fuhr die nette, hilfsbereite Federlose zu einer anderen Federlosen und meinte zu Leni und Mira, das sei jetzt ihre Pflegestelle. Sie würden erst mal dort bleiben um sich zu erholen und gesund zu werden und anschließend würde man für sie ein schönes neues Zuhause mit liebevollen Federlosen suchen, denen es nicht egal ist, wenn ein kleiner Welli Probleme mit dem Kotabsetzen hat. Lenis Freunde Henry und Lisa sowie Nele und Rudi würden auch in Pflegestellen kommen, bis sie ebenfalls ein schönes neues Heim gefunden hätten
Mira futtert Leni wunderte sich ein bisschen, wie viel Aufhebens diese Federlosen um sie machten, aber sie stellte schnell fest, dass sie es wirklich gut mit ihr meinten. Die ersten Tage ging es ihr und Mira noch nicht so toll, aber sie bekamen gutes Futter und etwas, das die Federlosen „Medikamente“ nennen. Außerdem sorgte die Pflege-Federlose dafür, dass Lenis Po immer schön sauber blieb. Bei Leni schritt die Genesung sogar schneller voran als bei Mira, die noch ein zweites Mal zu dem Tierarzt gefahren werden musste. Aber Leni ist sich sicher, dass die netten Pflege-Federlosen auch für Mira alles tun werden, damit sie wieder gesund wird.

Leni und Mira wurden als sichtbare Notfälle erst von einem vogelkundigen Tierarzt untersucht, bevor sie in ihre Pflegestelle gebracht wurden. In der Pflegestelle des Pärchens Henry und Lisa wurde festgestellt, dass auch diese beiden einen Tierarztbesuch nötig hatten.

Die Tierarztkosten für Leni, Mira, Lisa und Henry beliefen sich auf 455 Euro.

Leider haben es Mira und Henry nicht geschafft. Henry musste wegen eines inoperablen Tumors eingeschläfert werden. Die kleine Mira hatte nach vielen Auf und Abs gesundheitlich stark abgebaut, so dass sie schließlich die Nahrungsaufnahme einstellte. Auch der vogelkundige Tierarzt konnte nicht mehr für sie tun, als sie von ihren Schmerzen zu erlösen.
Leni und die anderen drei Wellis hatte mehr Glück. Leni hat sich in einen Hahn ihrer Pflegestelle verliebt und durfte somit dort endgültig einziehen. Und auch für die anderen drei kleinen Notfälle haben sich schöne neue Zuhause gefunden, in denen sie jetzt ihr Leben genießen können.

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2012

Notfall aus Bonn

Jeder gerettete Wellensittich bringt ein Licht in unsere Welt …
… jeder Wellensittich, der den Weg in ein neues besseres Leben nicht schafft, ist unsere Kraft sehr viel mehr Lichter in unsere Welt zu bringen. Dies trifft besonders auf Notfälle zu, die auch erfahrene Helfer an emotionale Grenzen bringen und bei denen Freud und Leid meist ganz nah beieinanderliegen.

So auch im August 2012, als den VWFD und das Tierheim Bonn ein Hilferuf erreichte: Aufgrund einer Erkrankung des Halters suchte ein größerer Schwarm Wellis relativ schnell eine neue Bleibe. Unter den Vögeln waren auch etliche gehandicapte und einige kranke Tiere, die sowohl intensiver in der Betreuung und den entstehenden Kosten sind, als auch individueller vermittelt werden müssen. Bis zum September vergrößerte sich die Anzahl der Tiere auf 76. Doch zunächst nahm sich die Bonner Regionalleiterin sechs akut erkrankter Tiere an. So war deren dringend notwendige tierärztliche Versorgung gesichert.
Sie warten auf eine Chance - die sollen sie bekommen! Da noch weitere Wellis aus dem Schwarm von uns übernommen werden sollten, wir jedoch hierbei auf private Pflegestellen angewiesen sind, starteten wir einen Aufruf in unserem Forum und baten um Unterstützung.
Zwei der Schützlinge schafften es nicht. Selbst liebevolle Pflege, viele gedrückte Daumen und kompetente tierärztliche Versorgung sind manchmal nicht ausreichend und so vergossen nicht nur die beiden Pflegestellen, sondern viele Vereinsmitglieder bittere Tränen, als die kleine Vera, die an starkem Durchfall litt, die Reise ins Regenbogenland antrat und der Pflegling Carsten nach einer Operation in der Klinik verstarb.
Anfang September wurde der komplette Schwarm schließlich eingefangen und ins Tierheim Bonn verbracht. Darunter auch vier Zebrafinken und drei Kanarienvögel. Das Tierheim Bonn übernahm 45 Wellis sowie die Zebrafinken und die Kanarienvögel - weitere Informationen hierzu auf der Homepage des Tierheims.

Der VWFD übernahm insgesamt 26 kranke und gehandicapte Wellis, damit diese bis zur Weitervermittlung intensiv betreut und aufgepäppelt werden konnten. Dank der großen Hilfsbereitschaft unserer Mitglieder und User konnte für alle Pechvögelchen eine Pflegestelle gefunden werden. Da jedoch noch Transporte organisiert werden mussten, durften wir einige unserer Wellis im Tierheim zur Pflege unterbringen, wofür wir der Tierheimleitung herzlich danken möchten. Am 23.09. machten sich die letzten fünf unserer Wellis auf den Weg zu ihrer Pflegestelle, wo bereits alles liebevoll für sie vorbereitet worden war.

Zu langer Schnabel

Da der Gesundheitszustand aller vom Verein übernommenen Wellis nicht besonders gut war, mussten sie alle von vogelkundigen Tierärzten behandelt werden. Die kleine Henne Kettie litt unter einem offenen Bruch am Bein. Doch wie alle Wellis, so hatte auch sie alles daran gesetzt, trotz der großen Schmerzen, die diese Verletzung verursachte, sich nichts anmerken zu lassen und den Anschein von Normalität zu wahren. So blieb der Bruch lange unentdeckt und unbehandelt. Es lässt sich wohl nur ahnen, wie viel Kraft und Willensanstrengung es dieses zarte Wesen gekostet hat, mit ihrem verletzten Beinchen zu klettern, zu laufen, auf ihm zu sitzen… Erst als Kettie von einem auf Vögel spezialisierten Tierarzt untersucht wurde, trat das ganze Ausmaß der Verletzung zutage: Ihr Beinchen war ganz schief und der Fuß stand unbeweglich nach oben ab. Doch das Schlimmste war die schlecht verheilte Bruchstelle, die immer wieder aufriss, sodass sie eine ständige Infektionsgefahr darstellt. Die niederschmetternde Diagnose des Tierarztes lautete, dass das Beinchen an der Bruchstelle amputiert werden müsse.

Kettie im neuen Zuhause Kettie vor der OP

Als Ketties Pflegemama die kleine Dame am Tag der Operation dann dem Arzt übergab, zitterte sie schon um das Leben ihres zarten Schützlings, denn nicht jeder Welli wacht nach einer Operation wieder auf. Doch nach bangem Warten kam die erlösende Nachricht, dass alles gut verlaufen war. Überglücklich konnte die Pflegemama die süße Maus am nächsten Tag wieder abholen und mit nach Hause nehmen. Unter der guten Pflege erholte sich Kettie rasch von ihrem Eingriff und schaffte es, mit ihrem Lebenswillen das Herz ihrer Pflegemama zu erobern und sich damit einen Platz mit vielen gefiederten Freunden in einer tollen Außenvoliere zu sichern.

Notfälle wie dieser führen uns jedes Mal wieder vor Augen, wie wichtig der Wellensittichschutz ist. Die Information, damit die Tiere erst gar nicht in solche Situationen kommen, die kompetente Unterstützung vor Ort, wenn Hilfe benötigt wird. Die Übernahme, Betreuung und Vermittlung. All dies ist nur möglich, weil wir deutschlandweit über Helfer, kooperierende Tierheime und Pflegestellen verfügen und über viele Menschen, die uns finanziell unterstützen. Ohne Spenden könnten wir die Kosten, die alleine bei diesem Notfall schon bei über 500 Euro liegen, nicht stemmen.
Mit etwas mehr Licht in unserer Welt sind wir sicher, dass auch Vera und Carsten im Regenbogenland glücklich und ohne Beschwerden sind und auf die verbliebenen Kameraden schauen und ihnen nichts mehr wünschen als ein neues tolles Zuhause.

Wir danken den Helfern vor Ort, hier vorallem unserem Mitglied Iris/Iris69, die sich der Tiere annahm. Unser Dank gilt auch allen Pflegeeltern. Nun hoffen wir auf viele neue Zuhause, damit die Bonner Pechvögel bald alle zu Glückskindern werden.
Wer helfen möchte, aber keinen Platz mehr frei hat: Die Tierarztkosten waren für diesen Notfall mit 1.693 Euro immens hoch. Spenden nehmen wir daher gern entgegen.

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Der stolze Oskar

Oskar und Dori

Ende Februar wurden in München zwei hübsche Wellensittichpärchen zur Vermittlung an den VWFD übergeben. Sie kamen aus einer sehr schönen und artgerechten Haltung und mussten von ihrer liebevollen Halterin aus gesundheitlichen Gründen abgegeben werden. Aus Platzgünden mussten die beiden Paare auf zwei Pflegestellen im Stuttgarter Raum verteilt werden. Für den stolzen Scheckenhahn Oskar und seine Frau Dori war in der Pflegestelle schon ein eigenes Vogelzimmer mit viel schönem Spielzeug und Freisitzen hergerichtet worden, das beide sofort begeistert in Beschlag nahmen. Mit ihrer munteren und neugierigen Art schienen es zwei gesunde und vitale Vögel zu sein.

Dori

Doch schon am ersten Abend konnte die besorgte Pflegerin bei Oskar seltsame gurgelnde Atemgeräusche hören. Die Rückfrage bei der ehemaligen Halterin ergab, dass diese Geräusche schon seit ca. 10 Tagen zu hören waren, allerdings vorzugsweise abends und sich nach der Gabe von Propolis zur Stärkung des Immunsystems deutlich verbessert hatten. So wurde Oskar in der Pflegestelle weiter beobachtet. Aber außer den abendlichen Atemgeräuschen zeigte er keinerlei Krankheitsanzeichen sondern wirkte äußerst fit und munter. Trotzdem wurde beschlossen, den agilen Hahn sicherheitshalber einem vogelkundigen Tierarzt vorzustellen.

Oskar

Beim ersten Besuch stellte der Tierarzt fest, dass Oskar wohl sehr verschleimte Atmungsorgane haben müsse und fand es erstaunlich, welch agilen Eindruck der Vogel noch machte. Die Ursache der Verschleimung war zunächst unklar. Trichomonaden wurden zwar vermutet, konnten aber nicht nachgewiesen werden. Sicherheitshalber wurde auf Luftsackmilben behandelt und ein Antibiotikum gegeben. Außerdem wurden drei Abstriche gemacht und Kulturen angelegt, um eventuelle Erreger besser nachweisen zu können.

Oskar und Dori

Danach durfte Oskar erst mal wieder zurück in die Pflegestelle, wo sich seine Pflegerin in den nächsten Tagen sehr um ihn bemühte und alles Erdenkliche zur Förderung seines Wohlbefindens und seiner Gesundheit tat. Leider stellte sich trotz aller Bemühungen keine Besserung der Atemgeräusche ein, so dass ein weiterer Tierarztbesuch gemacht werden musste. Doch auch diesmal konnte nichts Konkretes gefunden werden. Und auch bei Oskars Henne Dori, die sicherheitshalber mit untersucht wurde, konnten keine Erreger in Kropfabstrich oder Kotprobe gefunden werden. Daher bekam Oskar sicherheitshalber nochmals eine Depot-Spritze mit Antibiotika.

Oskar

Einige Tage später stand das Ergebnis der angelegten Kulturen fest. Doch auch hier konnten weder Bakterien noch Pilze nachgewiesen werden. Die Ursache dieses seltsam gurgelnden Atemgeräuschs war weiterhin unklar. Und so musste der arme Oskar ein drittes Mal in der Praxis antreten. Diesmal ging es in die Röntgenabteilung, in der Hoffnung, dort endlich eine konkrete Ursache zu finden. Und tatsächlich: Auf dem Röntgenbild zeichnete sich entlang Oskars Rückens sehr deutlich eine Arterie ab. Die Tatsache, dass sie so deutlich zu sehen war legte den Schluss nahe, dass Oskar unter Arteriosklerose, als einer Arterienverkalkung litt, die sein Herz belastete.
Die Ursache war nun gefunden, doch leider konnte in diesem Fall auch der auf Vögel hoch spezialisierte Tierarzt nichts mehr tun. Oskar würde eben einfach eines Tages auf dem Käfigboden sitzen und dann wäre es Zeit, ihn erlösen zu lassen. Wann aber dieser Tag sein wird, ob in ein paar Wochen, Monaten oder Jahren, kann keiner vorhersagen.

Die Pflegerin aber, die ihre beiden Pfleglinge Oskar und Dori längst in ihr großes Herz geschlossen hatte, wollte den beiden Vögel nach dieser traurigen Diagnose keine Wartezeit mehr auf ein neues Zuhause zumuten. Und so bot sie dem Verein für dieses liebevolle Paar einen dauerhaften Platz in ihrem Schwarm an. Natürlich war es keine Frage, dass die beiden Vögel bei ihr einziehen durften, denn einen besseren Platz hätten sie wohl kaum finden können.

Oskar und Dori

Und so hoffen wir alle, dass dem stolzen Oskar noch ein möglichst langes und aktives Leben an der Seite seiner Frau Dori im neuen Zuhause vergönnt sei!

Die Tierarztkosten von Oskar betrugen ca. 300 Euro.

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Zehn Vögel aus Berlin Schöneberg

Ein Halter, der sich immer um eine artgerechte Haltung seiner Wellensittiche bemüht hatte, konnte diese aus gesundheitlichen Gründen leider nicht mehr fortführen. Daher wandten sich Angehörige des Halters an ein Mitglied des VWFD mit der Bitte um Hilfe bei der Vermittlung. Dieses Mitglied gab die Anfrage an die Koordinatorinnen des Tierschutzes weiter und bot sich freundlicherweise als mögliche Pflegestelle an. Da das Vereinsmitglied auf diesem Gebiet schon sehr viel Erfahrungen hatte, stand einer Übernahme der Vögel durch den Verein nichts im Wege.

Verpaarte Hähne

Und so machte sich das Vereinsmitglied noch im alten Jahr, kurz vor Silvester 2011, auf den Weg, um die zehn Wellensittiche abzuholen. Ursprünglich war geplant, dass das Mitglied die Vögel gleich zu sich nach Hause bringen würde, wo schon eine extra für die Pfleglinge eingerichtete Voliere wartete. Doch es kam leider anders. Denn schon auf den ersten Blick konnte unser Mitglied feststellen, dass mindestens drei der Wellensittiche einen zu langen Schnabel hatten, ein grün-gelber Scheckenhahn stark plusterte und ein Tier einen Flügel und ein Bein seitlich abstellte. Zu allem Überfluss hatte sich ein weiteres Tier bei der Einfangaktion wohl verletzt und blutete leicht. Und so war es keine Frage, dass das erste Ziel nicht die Pflegestelle sondern gleich ein vogelkundiger Tierarzt sein musste.

Der Tierarzt schaute sich alle zehn Vögel sehr genau an. Die Blutung des verletzten Vogels war auf eine abgerissene Kralle zurückzuführen, die gleich verödet wurde. Einige Tiere hatten Einblutungen in den Füßen, was wie auch die zu langen Schnäbel auf eine Leberschädigung hindeutete. Ein weiterer Wellensittich hatte einen etwa erdnussgroßen Knubbel am Bürzel, bei dem es sich wahrscheinlich um eine Federbalgzyste handelte. In einer späteren Untersuchung stellte sich diese Vermutung als richtig heraus, die Zyste wurde geöffnet und entleert und der gefiederte Patient bekommt seitdem Metacam gegen die Schmerzen. Beim plusternden grün-gelben Scheckenhahn konnte keine Erkrankung im Kropfabstich und in der Kotuntersuchung festgestellt werden. Da er extrem dünn war, bekam er zur Sicherheit Antibiotika und sollte weiter beobachtet werden. Zum Schluss war die einzige Henne des Schwarms dran, bei der eine schwere Arthrose diagnostiziert wurde.

Auch diese Henne sucht ein neues Zuhause.

Mit diesem alles andere als schönem Ergebnis des Tierarztbesuchs fuhr das Vereinsmitglied dann endlich nach Hause. Um es den Kranken und Versehrten so einfach wie möglich zu machen, nahm es noch einige Umbauten im Käfig vor, damit die Vögel auch bequem kletternd alle Ziele erreichen konnten. In den folgenden Tagen kümmerte sich das Mitglied aufopferungsvoll um die gefiederten Patienten. Besonders der kleine plusternde Scheckenhahn hätte ohne die liebevolle Fürsorge wohl keine Chance gehabt. Aber wie durch ein Wunder überstand er die kritische Zeit. Mehrfach waren weitere Besuche beim Tierarzt notwendig, um jedem Tier die bestmöglichen Heilungschancen zu ermöglichen.

Nach knapp drei Wochen waren die Vögel in so guter Verfassung, dass endlich an eine Vermittlung zu denken ist. Wir möchten gerne nochmals betonen, dass die kleinen Wellis nicht ihr ganzes Leben in Vernachlässigung verbracht haben, sondern einfach das Pech hatte, dass ihr früherer Halter zum Schluss gesundheitlich nicht mehr in der Lage war, ihren Bedürfnissen die nötige Aufmerksamkeit zu schenken. Wenn also jemand dem einen oder anderen dieser kleinen Pechvögel ein schönes neues Zuhause bieten kann, dann freut sich die Tierschutz AG über eine Nachricht. Denn letztlich sollen aus allen zehn Schönebergern wieder kleine Glückskinder werden.

Die bisherigen Tierarztkosten belaufen sich auf ca. 150,- Euro.

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2011

Bella, eine Hamburger Deern

Bella - wartet auf den Weihnachtsmann

Ende November erreichte die Hotline des VWFD ein Anruf, indem er um Hilfe gebeten wurde. In einem Flensburger Altenheim lebte ein einsamer kleiner Wellensittich, dessen Besitzer schon vor einiger Zeit verstorben war. Die Mitarbeiter des Altenheims hatten die Versorgung des Vogels übernommen und hätten ihn gerne an ein liebevolles Zuhause abgegeben. Leider wussten sie nicht, wie sie ein solches finden konnten.
Ein freundliches Mitglied aus dem Katzenschutz hatte Mitleid und bot sich an, den kleinen Wellensittich dort abzuholen und in eine Pflegestelle des VWFD in Hamburg zu bringen, damit er endlich ein neues Heim mit Welligesellschaft und Freiflug finden konnte.

Bei der Abholung stellte sich heraus, dass es sich bei dem Wellensittich um eine hübsche grün-gelbe Henne handelte, die leider unter einem sehr starken Milbenbefall litt. Die hilfsbereite Dame aus dem Katzenschutz brachte die Kleine zu einem Tierarzt, wo sie gleich mit Ivomec behandelt wurde.
Als Bella, wie die Henne genannt wurde, in der Pflegestelle eintraf, hatte sich ihr Gesundheitszustand noch nicht verbessert: Ein Nasenloch war zugewachsen, an den Füßchen hatte sie Ballengeschwüre und ihr Schwanz wippte. Die Füße wurden sofort eingekremt und sie bekam Metacam gegen mögliche Schmerzen.
Da die kleine Henne aber offensichtlich auch nach einigen Tagen noch täglich Schmerzmittel brauchte und immer sehr breitbeinig und bevorzugt auf Seilen saß, wurde sie einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt. Die durchgeführte Röntgenaufnahme zeigte leider eine sehr traurige Diagnose: Bellas Leber war vergrößert und zusätzlich hatte sie massiv Arthrose in beiden Knien und beginnend im linken Schultergelenk.

Die Schäden durch die Milben werden weitestgehend verschwinden

Bella bekam nun täglich Metacam gegen die Schmerzen, sowie Aminin, Grünlippmuschelextrakt und Silymarin um den Arthroseprozess zu verlangsamen. Gegen die Ballengeschwüre ließ ihr ihre liebevolle Pflegerin regelmäßig eine vorsichtige Fußmassage mit Bepanthen angedeihen. Diese aufmerksame Zuwendung machten sich in Bellas Verhalten schon recht bald positiv bemerkbar. Mitte Dezember kam sie bereits freiwillig aus dem Käfig raus und erkundete ihre Umgebung. Ihre Flugfähigkeit war leider durch die beginnende Arthrose im Schultergelenk schon eingeschränkt. Sie konnte zwar noch fliegen, aber man sah deutlich, dass es ihr schwer fiel. Klettern klappte dafür aber hervorragend, so dass sie mit viel Engagement auf Entdeckungstour gehen konnte.

Anfang Januar hatte sich Bellas Zustand soweit gebessert, dass das Schmerzmittel Metacam nicht mehr notwendig war. Sie hielt sich bevorzugt in dem Volierenteil auf, der mit Leitern und Seilen ausgestattet war; das Fliegen war wohl zu anstrengend und schmerzhaft. Die Hoffnungen waren groß, dass Bella trotz ihrer gesundheitlichen Einschränkungen noch eine schöne Zeit in einem neuen, auf ihre Behinderungen eingerichteten Zuhause haben könnte.

Die ersten Tierarztkosten wurden privat von der Katzenschützerin übernommen - herzlichen Dank für die Überbringung Bellas in die Pflegestelle und die finanzielle Unterstützung. Bellas weitere Behandlung verursachte bisher Kosten von ca. 90,- €.

Leider verstarb die kleine Bella Ende Januar 2012. Besonders für ihre Pflegerin war es ein schmerzlicher Verlust, denn gerade diese kleinen Sorgenvögel, die so sehr all unserer Pflege und Aufmerksamkeit bedürfen, wachsen uns immer besonders ans Herz. Als Trost bleibt, dass Bella die letzte Zeit gut umsorgt wurde und keine Not leiden musste, und letztlich sicher zu keinem Zeitpunkt wusste, dass sie "nur" in einer Pflegestelle war. Sie durfte in ihrer Pflegestelle die liebevolle Fürsorge erfahren, die einem "echten Zuhause" sicherlich in keiner Weise nachstand.

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Laura und Gakali

Gakali und LauraMitte September 2011 entdeckte ein Vogelfreund eine Internetkleinanzeige, in der zwei Wellensittiche verschenkt wurden. Die beiden waren im Allgäu abzuholen und einer der beiden Vögel sollte flugunfähig sein. Da der Gesundheitszustand des einen Wellensittichs nach dem Bild der Anzeige zu schließen nicht gut war, war der VWFD ausnahmsweise bereit, die Vögel zu übernehmen. Nachdem der Vogelfreund die beiden Wellensittiche abgeholt hatte, zeigte sich, dass die flugunfähige Henne Laura wirklich dringend tierärztliche Hilfe benötigte. Sie konnte gar nicht fliegen, das rechte Beinchen war steif und konnte nicht genutzt werden und um ihre Kloake hatte sie sich die Federn ausgerissen – wohl weil sie wegen Durchfalls verschmutzt waren. Daher wurden Laura und ihr Partner Gakali schnellstmöglich in ihre Pflegestelle nach München gebracht, wo sie einem vogelkundigem Tierarzt vorgestellt wurden.
Das Ergebnis der Diagnose war leider nicht besonders ermutigend. Laura litt unter starker Arthrose, die sowohl die Schultergelenke betraf und damit für ihre Flugunfähigkeit verantwortlich war, als auch das rechte Knie versteift hatte. Da sich Arthrose nicht heilen lässt, konnte hier nur Metacam gegen die aktuellen Schmerzen des akuten Arthroseschubs gegeben werden.
Zudem wurden bei Laura und ihrem Partner Flagellaten und Pilze im Kropf festgestellt, die den Durchfall verursacht hatten und dringend behandelt werden mussten.

Die Pflegestelle bemühte sich in der Folgezeit, die beiden Patienten aufzupäppeln und den Käfig so einzurichten, dass sich Laura trotz ihrer Behinderung darin bewegen konnte. Außerdem musste der Käfigboden mit Handtüchern weich ausgepolstert werden, da Laura wegen ihrer Behinderung immer mal wieder vom Ast oder vom Käfiggitter fiel.
Da klar war, dass die Vermittlungsaussichten für das Pärchen wegen Lauras Erkrankung nicht gut standen, beschloss der VWFD, für die beiden eine Dauerpflegestelle zu suchen. Laura und Gakali würden somit im Besitz des Vereins bleiben, der dann die Kosten für Lauras Behandlungen übernehmen würde. Die Hoffnung war, auf diese Weise ein schönes Heim zu finden, in dem man auf die Bedürfnisse von Fliegern und Nichtfliegern eingerichtet war.

Laura und Gakali hatten Glück und es fand sich schon nach ein paar Wochen eine passende Dauerpflegestelle. Mit Hilfe eine Mitfahrgelegenheit fuhren die beiden Mitte Oktober in ihr neues Heim, wo sie schon viele neue gefiederte Freunde und eine liebevolle Pflegerin erwarteten.

Die Behandlungskosten von Laura und Gakali betrugen knapp 140 €.

Leider war der kleinen Laura in ihrem neuen Zuhause kein langes Leben mehr vergönnt. Nach einer kurzen, aber sehr intensiven und glücklichen Zeit im Schwarm verstarb sie an einem neuen, heftigen Arthroseschub in den Händen ihrer Pflegerin.


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Vier Frankfurter

Mitte Mai erhielt der VWFD eine Anfrage aus Frankfurt a.M., ob er zwei Wellensittichpärchen zur Vermittlung übernehmen könnte, da man sich aus privaten Gründen von ihnen trennen müsse. Glücklicherweise wurde ein schon paar Tage nach dieser Anfrage eine unserer Pflegestelle wieder frei, und so stand einer Übernahme nichts mehr im Wege. Und so zogen dort kurz darauf die vier hübschen Vögel ein, von denen leider weder Namen noch Alter bekannt war.

Auf dem Weg in ein neues Leben

Mitte Juni stellte die besorgte Pflegestelle fest, dass eine der Hennen Körner spuckte. Natürlich wurde sie sofort von einem vogelkundigen Tierarzt untersucht, der einen akuten Mega-Schub diagnostizierte und zweimal täglich die Gabe von Amphomoronal verschrieb. Um Ruhe zu haben, wurde die erkrankte Henne mit ihrem Partner separiert und die Pflegestelle kümmerte sich in den darauffolgenden Wochen hingebungsvoll um die kleine Patientin. Doch deren Zustand verschlechterte sich zusehends, so dass sie Anfang Juli stationär bei einem Tierarzt aufgenommen werden musste. Leider hat es Pebbels, wie die kleine Henne kurz zuvor noch von ihrer Pflegestelle getauft worden war, trotz aller Bemühungen nicht geschafft und verstarb in der Nacht zum 04.Juli.

Nach dieser traurigen Nachricht kam auf die Pflegestelle eine weitere Belastungsprobe zu: Offenbar war es unter den drei verbliebenen Wellensittichen zu Streitereien gekommen, bei denen der verpaarte Hahn, von der Pflegestelle wegen seiner Größe auf Mr. Big getauft, eine Wunde am Auge davontrug. Natürlich musste auch diese Verletzung von einem vogelkundigen Tierarzt behandelt werden, der Tropfen für das Auge verschrieb. Glücklicherweise verheilte alles ohne Schäden zu hinterlassen und nach knapp zehn Tagen konnte Mr. Big seiner Henne auch wieder charmante Blicke aus beiden Augen zuwerfen.

Geschafft - neues Zuhause gefunden

Nach dieser für die Abgabevögel und ihre Pflegestelle doch sehr turbulenten Zeit kam Ende Juli dann das Glück zurück. Es kam in Form einer liebevollen Bewerbung um alle drei Suchenden, die ein artgerechtes Leben in einem schönen Vogelzimmer mit Schwarmanschluss bot. Ohne Frage haben sich die Vermittler des VWFD diese einmalige Chance nicht entgehen lassen, und so konnten alle drei Abgabewellis gemeinsam in ein glückliches neues Leben starten.

Die Behandlungskosten betrugen fast 200 Euro.


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Bonnie und Clyde - gefährlich süß

Wenn das nicht Liebe ist!

Mitte November 2010 erreichte uns eine Mail aus Bochum. Zwei Hähne hatten ihr Zuhause verloren, da ihre Halterin nicht mehr in der Lage war die beiden zu versorgen und sie an Familienmitglieder abgeben musste. Dort kannte man sich mit Wellensittichen leider nicht so gut aus und war bestrebt, ein schönes neues Zuhause für die beiden zu finden.

Nachdem eine Pflegestelle gefunden wurde, konnten die beiden achtjährigen Hähnchen umziehen. Dort angekommen wurde erstmal eine Bestandsaufnahme gemacht, denn die zwei Jungs waren keineswegs die gesunden Vögel, die angekündigt worden waren.
Dem grauen Hahn Bonnie fehlten Schwungfedern, seine Krallen wuchsen gerade nach vorne, er war offensichtlich stark übergewichtig und beim Atmen machte er recht laute Geräusche und wippte mit dem Schwanz. Sein grüner Partner Clyde hatte eine Schnabelfehlstellung, eine merkwürdige Körperhaltung und wirkte insgesamt recht dünn. Außerdem schienen beide Wellensittich nicht fliegen zu können.

Wenn fliegen nicht geht, muss Vogel eben klettern.

Damit das alles geklärt werden konnte, wurden die zwei einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt. Dabei kam heraus, dass Bonnie Lipome hatte und eindeutig zu dick war. Seine Krallen wurden gekürzt und wegen der fehlenden Schwungfedern wurde ein Test auf PBFD gemacht. Für die Atemgeräusche konnte keine Ursache gefunden werden, da sie später auch nicht mehr aufgetreten sind, war vermutlich nur Stress die Ursache.
Clyde war mit 46 Gramm zum Glück nicht wie anfangs befürchtet untergewichtig. Allerdings war seine Schnabelfehlstellung leider nicht mehr zu korrigieren. Sein etwas seltsam anmutender Körperbau ging nach Meinung des Tierarztes aller Wahrscheinlichkeit nach auf eine Mangelernährung zurück.

Bonnie und Clyde gehörten leider zu den Vermittlungsvögeln, die in ihrer Pflegestelle sehr lange auf ein liebevolles Zuhause warten mussten. Ein Grund für diese Geduldsprobe war sicherlich die Tatsache, dass die beiden flugunfähig waren und daher das neue Zuhause auf jeden Fall auf Nichtflieger eingerichtet sein musste. Auch die Gefiederstörung wirkte sicherlich für viele potentielle Bewerber abschreckend, denn obwohl der Test auf PBFD negativ ausfiel, bestand immer noch ein Restrisiko.

Die beiden Hähnchen hingen sehr aneinander, waren fast schon wie ein altes Ehepaar, bei dem der eine Rücksicht auf die Gebrechen des anderen nimmt. Clyde konnte zwar alleine fressen, brauchte dafür aber Zeit und seine Ruhe. Bonnie war stets sehr rücksichtsvoll und wartet so lange, bis Clyde fertig gefressen hatte, bevor er selbst an den Napf ging.

Endlich daheim

Im Februar 2011 waren Bonnie und Clyde immer noch auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Leider konnte die Pflegestelle die beiden aus privaten Gründen nicht weiter betreuen, so dass sie in eine zweite Pflegestelle umziehen mussten. Dort wurden die beiden mit Diät und Sport gefördert, und nachdem Bonnie erst einmal Geschmack am Klettern gefunden hatte, schaffte er es, sein Gewicht deutlich zu reduzieren.
Und trotzdem mussen die beiden Vögel weiter auf ein schönes Zuhause hoffen.
Weil sich offenbar kein anderes Heim finden ließ, ließen die zwei Hähne bei ihren Pflegeeltern allen Charme spielen: Clyde bewies seine "Fremdsprachenkenntnis" indem er wie ein Kanarienvogel trällerte und Bonnie krähte fröhlich den ganzen Tag vor sich hin. Ende März hatten sie es dann geschafft, das Herz ihrer beiden Pflegefederlosen zu erobern, so dass sie dort endgültig einziehen durften.

Seitdem bedanken sich Bonnie und Clyde bei "ihren" Federlosen auf Welliart, indem sie viel unternehmen, neue gefiederte Freunde gefunden haben und einfach offenkundig glücklich sind.


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2010

Theo

Theo nach der Ankunft in der Pflegestelle

Ich bin Theo, ich habe seit vielen Jahren bei einer Familie gelebt. Dort hatte ich einen Kumpel, der ist aber vor langer Zeit gestorben. Ein neuer Kumpel ist nie bei mir eingezogen, ich dachte, dass sei, weil ich der einzige Wellensittch auf der Welt sei – also der einzig lebende, denn so einen aus Plastik, den hatte ich schon in meinem Käfig, aber die sind ja doof!

Damit ich mich nicht so einsam fühle, haben mich meine Halter den ganzen Sommer über in den Garten gehangen – das war schon schön, doch die anderen Vögel dort haben nicht meine Sprache gesprochen – ich habe zwar immer versucht, so zu reden, wie sie, doch sie haben sich nicht für mich interessiert.
Dann bin ich krank geworden. Meine Halter haben das schon bemerkt, doch sie wussten nicht, wie sie mir helfen können – sie haben versucht, mich in einem "Tierheim" unterzubringen. Doch die wollten mich nicht.
Dann haben meine Federlosen in dem Kasten, der die beweglichen Bilder zeigt einen Bericht gesehen, über Federlose, die Wellis wie mich total lieb haben und sich kümmern. Dort haben meine Federlosen dann angerufen. Sie haben denen auch gesagt, dass ich krank sei und das ich wahrscheinlich "rote Vogelmilben" hätte ... die wollten die Federlosen aber auch nicht haben. Die mögen wohl nur Wellis und keine Milben ... aber dann haben sich die Federlosen geeinigt. Wir sind zu einem Ort gefahren, den nannten sie "Tierarzt". Da war es komisch – nicht wirklich schlimm, aber komisch. Nachdem ich dort untersucht worden war und dort im Käfig saß, kam eine neue Federlose in den Raum, sie hat zuerst mich begrüßt und dann die anderen Federlosen – das fand ich toll – das musste eine von den Federlosen sein, die Wellis lieben, dachte ich ... aber die hat mich aus meinem Käfig rausgeholt und in winzig kleine Box gesteckt ... das war doof!
Dann hat sie mich mit ins Auto genommen – dort hat sie einen kleinen Kasten gehabt, den nannte sie "Navi" - mich hat sie gefragt, ob wir als Ziel "schönes neues Wellizuhause" eingeben sollten – da war ich begeistert, so sollte es sein. Doch irgendwie ist das "Navi" kaputt. Denn am Ziel angekommen, kam ich zwar in einen größeren Käfig, aber ich war noch allein und es ging mir schlechter. Von Tag zu Tag ... die Federlose hat immer ganz besorgt in meinen Käfig geschaut und mir viele Sachen zum Trinken gegeben, die mir gutgetan, aber nicht wirklich geholfen haben. Dann wurde ich wieder eingepackt und wir fuhren wieder zum "Tierarzt" - aber das war doof! Erstmal hat es ganz lange gedauert, bis wir dort waren. Außerhalb des Autos fielen dicke Schneeflocken und der Federlose der das Auto fuhr, hat immer geschimpft über die anderen Autos, die bei Schnee doch lieber zuhause bleiben sollten, wenn sie nicht Wichtiges zu tun hätten. Ich war also wichtig – das hat mich gefreut. Aber beim Tierarzt war die Freude schnell weg. Der hat aus mir einen Welli am Spieß gemacht – so eine Unverschämtheit! Ganz viele Bakterien hätte ich ... anscheinend mögen die Federlose auch keine Bakterien, denn sie wirkten nicht glücklich. Aber die bekamen ja keine Spritze – ich war der Einzige, der Grund zum Unglücklichsein hatte!
Doch damit war die Tortur ja noch nicht zu Ende. Denn jetzt haben mich die Federlosen jeden Tag gefangen, um mir irgendwelches Zeug einzuflößen. BÄH! Ein wenig geholfen hat's ja, aber nur ein wenig. Dann bekamen wir einen Anruf vom Tierarzt – und ab da haben mich die Federlosen jeden Tag zweimal gefangen und mir noch ekligeres Zeug eingeflößt ... und dann bekamen wir noch einen Anruf vom Tierarzt und die Federlosen flößen mir jetzt zweimal am Tag zwei unterschiedliche Sachen, die aber identisch eklig sind, ein. Eins ist klar, der Tierarzt braucht nicht mehr anzurufen!

Theo - nach seinem Missgeschick

Aber es geht mir jetzt besser – und das, obwohl mir was ganz Blödes passiert ist: Als es mir besser ging, habe ich Lust bekommen den größeren Käfig zu erkunden – und dabei habe ich mir meine Schnabelspitze abgebrochen. Der Tierarzt sagt, das sei, weil ich nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt gewesen wäre, und durch die lange Krankheit hätte ich Durchblutungsprobleme – daher käme auch mein blauer Schnabel. Aber was nutzte mir das in diesem Augenblick – ich habe ganz schlimm geblutet! Die Federlosen haben die Blutung gestoppt und den Schnabel mehr schlecht als recht in Form geschnitten, so dass ich fressen kann – aber gute Handwerksarbeit sieht bestimmt anders aus!
Und jetzt sitze ich hier – warte immer noch darauf, dass das "Navi" ein schönes neues Wellizuhause ausspuckt und ich endlich wieder Kumpels bekomme. Denn dass ich doch nicht der einzig lebende Welli auf der Welt bin, weiß ich jetzt – ich höre nämlich Wellis, sie sind nicht weit weg. Die Federlose sagt, sobald ich gesund bin suchen die Leute, die Wellis so lieben ein neues Zuhause. Eines, wo man Wellis auch lieb hat und sich um mich kümmert ... und wo es noch andere Wellis gibt. Wenn das so ist, dann strenge ich mich an mit dem gesund werden!

Theo hatte über Monate hinweg einen unbehandelten Bakterien- und Pilzbefall. Dieser wurde so stark, dass er komplett geschwächt ist und starke Kreislauf- und Durchblutungsstörungen hat. Dies führte zeitweise sogar zu Lähmungserscheinungen in seinem rechten Fuß. Schnabel und Krallen sind blau verfärbt. Seine Behandlung hat bisher 84,54€ gekostet. Wir sind jedoch voller Hoffnung, dass er wieder gesund wird und sich sein größter Wunsch eines welligerechten Lebens erfüllen wird.

Nachtrag: Theo wurde schnell vermittelt. Aufgrund seiner Geschichte hier im Internet, fand sich eine Besitzerin, die ihm ein liebevolles und artgerechtes Zuhause bot. Dort fand Theo eine kleine Freundin und viele Kumpels. Acht Monate lang lebte Theo dort sehr glücklich und zufrieden. Er verstarb leider.
Wir möchten jedoch in Theos Namen für die schönen Monate in dem neuen Zuhause herzlich danken, und wissen, dass die Liebe und Zuneigung, die er erfahren hat, ihn zu einem glücklichen Vogel gemacht haben. Vielen Dank dafür.


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Tagebuch eines Notfalls: Duisburg

Sonntag, 21.11.

Am Sonntag den 21.11. erhielten die Koordinatorinnen für Tierschutz eine PN mit der Nachricht, dass im Tierheim Duisburg voraussichtlich 22 Wellensittiche erwartet werden. Da wir in einem vorherigen Fall bereits acht kranke Wellensittiche aus dem Tierheim übernommen hatten (Bericht Spendenmarathon 2010, Licht 1) und die Kooperation recht gut verlaufen war, waren wir natürlich gerne bereit zu helfen. Die Vögel sollten am darauffolgenden Dienstag ins Tierheim gebracht werden.

Montag, 22.11.

Auch das gehört dazu

Bereits am nächsten Tag wurde mit der Planung begonnen, so wurde das bereits geplante Projektforum eingerichtet, in dem sich alle Helfer vor Ort und die AG Tierschutz besprechen können. Ebenso wurde ein Aufruf für Pflegestellen in der Umgebung gestartet, da viele unserer Pflegestellen bereits mit anderen VWFD-Vermittlungswellis besetzt waren.
Vier VWFD-Mitglieder und eine Forenuserin stellten sich sofort als Helfer zur Verfügung. So war die Ankunft der Tiere im Tierheim, die Pflege der ersten Tage und die Vorstellung der Tiere beim vogelkundigen Tierarzt schnell geregelt und gesichert.
Eine Liste mit fehlenden Dingen wurde zusammengetragen - schließlich sollte am Tag der Ankunft alles für die Wellensittiche vorbereitet sein.

Dienstag, 23.11.

Am Dienstag trafen dann die 23 Wellensittiche im Tierheim ein und wurden von zwei VWFD-Mitgliedern und einer ehrenamtlichen Tierheimhelferin in Augenschein genommen. Sie stellten fest, dass es sich zum großen Teil um Pärchen handelt und dass leider nicht alle Tiere gesund waren. Es wurde eine Liste mit Namen, Farbschlag, Partnervogel und den Auffälligkeiten erstellt. Wellensittiche, die akut krank erschienen, wurden einem vogelkundigen Tierarzt vorgestellt. Dabei kam heraus, dass zwei Hennen einen massiven Pendelkropf hatten und eine Henne einen steifen Flügel und Untergewicht.

Mittwoch, 24.11. - Freitag, 26.11.

Mausi und Purzel benötigten besondere Pflege

Einige der Wellensittiche, die besonderer Pflege bedurften, wurden in den folgenden Tagen in Pflegestellen in der Umgebung untergebracht. Darunter die Wellensittich-Henne Louise, die nur 26 g wog und einen sehr geschwächten Eindruck machte. Sie musste alle paar Stunden mit einem speziellen Brei gefüttert werden. Die ersten drei Wellensittiche verlassen das Tierheim bereits in ihr neues Zuhause.

Sonntag, 28.11.

Elfie und Toni sind in der Nähe von Bonn untergebracht

Da zwischenzeitlich alle verbliebenen Wellensittiche besonderer Aufmerksamkeit bedürfen und mehr oder weniger leicht angeschlagen wirken, werden alle 20 Wellensittiche in die Obhut des VWFDs gegeben.

Dienstag, 30.11. - Mittwoch, 01.12.

Für die übrigen Wellensittiche beginnt der Transport in die Berliner Pflegestellen. Bereits am Dienstag werden sie von den Helfern an ein VWFD-Mitglied übergeben, das sie über Nacht unterbringt um sie direkt am nächsten Morgen einem Fahrer nach Berlin zu übergeben. Trotz Schneechaos in NRW geht die Übergabe zügig und reibungslos vonstatten. Die Wellis reisen sehr komfortabel, während die menschlichen Mitfahrer ihr Gepäck auf dem Schoß transportieren müssen.

Mittwoch, 01.12. - Donnerstag, 02.12.

In Berlin angekommen, werden sie nun auf die verschiedenen Pflegestellen verteilt.

Mittlerweile ist Louise dank liebevoller Pflege auf dem Weg der Besserung und wird voraussichtlich in den nächsten Tagen in ihr neues Zuhause ziehen. Die anderen 19 Wellensittiche sind jedoch noch auf der Suche nach einem neuen Zuhause und werden deshalb bald in unserer Vermittlungsrubik vorgestellt werden.

Ohne die vielen Helfer und den finanziellen Einsatz in Höhe von bisher 265 € des VWFD wäre dieser Einsatz nicht möglich gewesen. Deshalb sind wir auf Spenden angewiesen, damit auch in künftigen Notfällen Wellensittichen geholfen werden kann.


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