Wie geht das?

Zubereitung von Quell- oder Keimfutter

Um Keim- oder Quellfutter herzustellen, werden die Körner (z. B. Weizen oder lose Hirse) zuerst gründlich gewaschen und dann, am besten über Nacht, in einem Gefäß mit Wasser bedeckt stehen gelassen. Hierfür eignet sich entweder ein Plastiksieb, das mit den Körnern befüllt in eine Schale mit Wasser gehängt wird, oder ein Keimautomat/-glas. Werden die gequollenen Körner direkt verfüttert, spricht man von Quellfutter.

Werden die gequollenen Körner weiter im Keimgefäß belassen und feucht gehalten wird aus dem Quellfutter Keimfutter. Nach 24-48 Stunden zeigen sich die ersten Keimspitzen. Während dieser Zeit sollten Sie die Körner zweimal täglich gut durchspülen.

Bieten Sie das Futter entweder gleich dann an, wenn die ersten Keime gerade zu sehen sind, denn zu dieser Zeit enthalten die Keimlinge die meisten Vitamine. Oder warten Sie, bis die Keime etwas größer geworden sind, je nachdem wie es Ihre Vögel am liebsten mögen. Ab einer Länge von ca. 1 cm bilden sich im Keimling Bitterstoffe, weshalb die meisten Vögel das Futter nicht mehr fressen.

Gekeimte Kolbenhirse

Kolbenhirse ist ein Dunkelkeimer und kann daher nicht in den handelsüblichen Keimapparaten gezogen werden. Sie wird nach einiger Eingewöhnung sehr gut von den Wellensittichen angenommen, daher lohnt ein Versuch.
Stellen Sie die Kolben über Nacht in ein hohes Glas mit Wasser. Um zu gewährleisten, dass alle Körnerrispen eingeweicht werden, können Sie eine Untertasse draufstellen. Gießen Sie am nächsten Morgen das Wasser ab. Spülen Sie dann die Kolben gut durch und stellen Sie sie leicht zugedeckt an einen dunklen Ort. Nun täglich die Kolben gut wässern und leicht abgetropft wieder zurückstellen. Spätestens nach drei Tagen zeigen sich schon deutliche Keimlinge. Die Hirse kann nun zum Verzehr angeboten werden.

Bieten Sie nicht zu viel auf einmal an. Bei Tageslicht werden die Keimlinge leicht bitter und die Wellensittiche fressen sie dann nicht mehr so gern. Im Kühlschrank können Sie die Keimlinge aber eingewickelt in ein feuchtes Küchentuch 2-3 Tage aufbewahren.

Sollten die Vögel noch kein Keimfutter kennen, kann es etwas dauern, bis sie sich überwinden, davon zu kosten. Probieren Sie es trotzdem immer wieder, damit die Wellensittiche es im Krankheitsfall bereits kennen und nicht erst daran gewöhnt werden müssen.

Welche Saaten eignen sich?

Nicht alle Saaten eignen sich zur Zubereitung von Keimfutter. Geschälter Hafer oder Grassamen eignen sich nicht. Daher eignen sich auch keine Futtermischungen, die diese Saaten enthalten. Gute Erfolge lassen sich mit Weizen, Hirse, Kanariensaat, Gerste, Mungbohnen, Hafer (ungeschält), Dari und Kardi erzielen. Doch besonders die großen Mungobohnen werden häufig nicht von den Wellis gefressen. Im Handel gibt es auch fertige Keimfuttermischungen. Auch diese enthalten meist Saaten, die unsere kleinen Australier nicht mögen. Daher raten wir dazu, es zuallererst mit Weizen auszuprobieren. Dieser ist leicht zum Keimen zu bringen und die meisten Wellis fressen ihn in gekeimter Form sehr gern.

Wie lange kann das Keimfutter stehen gelassen werden?

Je nach Raumklima kann Keimfutter schnell verderben. Daher sollten nicht gefressene Reste nach wenigen Stunden (3-4) entsorgt werden.

Wie viel Keimfutter pro Vogel und wie häufig kann man es anbieten?

Rechnen Sie mit ca. einem Teelöffel pro Vogel.
Das Keimfutter ist reich an Eiweiß und die gekeimten Körner signalisieren den Tieren "Regenzeit". Es regt also die Brutigkeit an. Daher ist Keimfutter eine absolute Leckerei, die nur sehr selten angeboten werden sollte. Vielleicht mal im Winter, wenn es ansonsten nicht viel Frischkost gibt und Sie auf Treibhaus Gemüse verzichten möchten. Im Sommer bieten sich andere, bessere Vitaminlieferanten an. Da in dieser Jahreszeit das Keimfutter auch besonders schnell verdirbt, raten wir in diesem Fall auch von der Gabe ab.

Warum überhaupt Keimfutter?

Quell- und Keimfutter eignet sich gut als Ernährung für kranke Vögel, da es weicher und somit besser zu verdauen ist. Aber auch für gesunde Wellensittiche ist Keimfutter ein leckerer Vitamin- und Proteinlieferant, besonders wenn sie sonst nicht so gerne Obst und Gemüse mögen. Gesunde Vögel sollten an Keimfutter gewöhnt werden, da es im Krankheitsfall sonst nicht gefressen wird.

Pulverpräparate, z. B. Lactobazillen oder Vitaminmischungen, halten auf dem etwas feuchten Keimfutter besser als auf trockenen Körnern.
Kleine Portionen Keimfutter kann man sehr gut mit kleingeschnittenen Kräutern oder Gemüse vermischen – so kann man Frischkostverächtern manchmal an Kräuter und Gemüse gewöhnen.

Hygiene ist besonders wichtig

Nach jeder Herstellung von Keimfutter sollten die benutzten Geräte gründlich mit Essig oder Zitronensaft gereinigt werden und mindestens einen Tag durchtrocknen.

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