Soll's ein bischen mehr sein?

Ergänzungsfutter

Der Zubehörmarkt rund um unsere Haustiere ist ein Millionengeschäft. Da möchte sich jeder gerne ein Stück davon abschneiden und so werden Halter mit immer neuen Ideen und vermeintlichen gesunden Nahrungsergänzungsmitteln für ihren Liebling überflutet.
Nicht alles ist schlecht, manches bereits auf den ersten Blick Unsinn und manches sogar richtig sinnvoll. Lassen Sie sich nicht verunsichern – wir helfen Ihnen.


Ihr Vogel benötigt kein Quellwasser aus der Schweiz, keine Mauser- oder Sprechperlen und auch keine Mehlwürmer. Die meisten Wellensittiche benötigen nahezu gar keine zusätzlichen Vitaminpräparate. Eine gesunde Ernährung ist meistens ausreichend. 
Bedingt durch die Haltung, die Herkunft des Vogels oder seine körperliche Verfassung kann es mehr als sinnvoll sein, bestimmte Nährstoffe zuzufüttern.
Zu Vitaminen finden sich weitere Unterpunkte. Doch bereits an dieser Stelle möchten wir Sie darauf hinweisen, dass Vitamin D bei einer Zimmerhaltung ohne natürliches Licht zugefüttert werden sollte. Auch beim Einsatz von UV-Lampen.
Unter den Haltern hat sich Korvimin als geeignetes Mittel durchgesetzt. Es enthält neben Mineralien und anderen Vitaminen eben auch Vitamin D in geeigneter Dosierung.

Verdauungshilfen

Als Verdauungshilfen kann man alles bezeichnen, dass dem Muskelmagen des Vogels unterstützt, die Körner mechanisch zu zerreiben.
Im Handel gibt es dazu eine Vielzahl an Mineralnagesteinen aus unterschiedlicher Herkunft (Vulkangestein, gepresste Mineralblöcke, Lehmblöcke, u. ä.) aber auch Streumineralien in Form von Muschelkalk, Vogelkalk und Magensteinchen.
Diese Dinge sollten zugefüttert werden. Am besten wechseln Sie zwischen den Angeboten und testen aus, welche der Vogel besonders gut annimmt.
Besonders brutige Hennen sollten unbedingt mit zusätzlichem Calcium versorgt werden. Gerade in diesem Zusammenhang möchten wir auf Sepiaschalen hinweisen, welche einen besonders hohen Calciumgehalt haben. Sie stehen jedoch in Verdacht Legenot bei Hennen auszulösen. Dazu gibt es derzeit keine gesicherten Untersuchungen oder Begründungen. Allerdings möchten wir nicht verschweigen, dass Sepiaschalen tierischen Ursprungs sind.
Neben ihren Inhaltsstoffen haben besonders die Nagesteine den nützlichen Effekt, dass sich die Tiere daran auch ihren Schnabel wetzen können, so dass dem Halter die Hoffnung bleibt, dass sein gefiederterLiebling seine Nagewut am Stein austobt und so vielleicht andere Gegenstände verschont…

Lactobazillen

Lactobazillen sind durchaus sinnvoll. Sie verbessern die Darmflora und reichern sie mit positiven Bakterien an.
Besonders bei leichtem Bakterienbefall oder vor allem nach einer Antibiotikagabe ist ein solches Präparat absolut empfehlenswert. Auch wenn es mal zu kleineren Verdauungsunregelmäßigkeiten kommt, können Lactobazillen unter Umständen das Problem lösen.
Ein gesunder Vogel mit geregelter Verdauung benötigt keine Lactobazillen. Es ist jedoch empfehlenswert, bereits bei einem gesunden Vogel eine Kur mit dem bevorzugten Mittel durchzuführen. So siedeln sich die verabreichten Bakterien bereits im gesunden Darm an und leben dort. Bei einer Erkrankung haben Sie dann den Vorteil, dass Sie Ihrem Vogel bereits vorhandene Bakterien zuführen und sich sein Verdauungsmilieu nicht auf weitere neue – wenn auch gute – Bakterien einstellen muss. 
Übliche Mittel sind: PT-12 (Pulver) und Bird Bene-Bac® (Gel oder als Pulver). In der Vogelhaltergemeinde gibt es verschiedene Vorlieben für eines der beiden Mittel, was sicherlich auch an der Darreichungsform liegt.
Als weiteres Mittel in dieser Reihe gibt es noch ProBiotiX® Life.

Allgemeine Mittel

Süßwasseralgen, Heilerde und Bierhefe erfreuen sich bei Vogelhaltern ebenfalls großer Beliebtheit. Hier konnten sogar schon gesundheitliche Verbesserung festgestellt werden.
Für alle diese Mittel gilt, dass Sie besonders reich an Mineralien sind. Die Algenmittel enthalten zusätzlich Chlorophyll, welches der Entgiftung dient.
Heilerde hilft ebenfalls bei der Entgiftung und dient als Erste Hilfe-Mittel bei Vergiftungen.
Bierhefe wird besonders gern beim Gefiederwechsel eingesetzt.

Aus dem Bienenstock

Blütenpollen sind ein hervorragendes Zusatzfutter für unsere kleinen Australier. Sie bestehen zum größten Teil aus Aminosäuren, Spurenelementen und Mineralstoffen.

Geben Sie sie übers Futter und rühren Sie das Futter kräftig durch. Die Pollen bleiben an den Körnern haften. 

Propolis ist gut für unser Immunsystem und gut für das des Wellensittichs. Es gibt Propolis in diversen Darreichungsformen. Achten Sie darauf, dass kein Alkohol enthalten ist. 

Honig selbst ist nicht für Wellensittiche geeignet. Er entpuppt sich schnell als Dickmacher. Zudem bietet er Bakterien und Pilzen einen guten Nährboden, was in Zeiten von Macrorhabdiose als Nahrung ausschließt. Auch und gerade vor allem, einem kranken Wellensittich sollten Sie niemals Honig als Aufpäppelmittel geben.

Bei chronischen Organproblemen

Viele Vogelhalter kennen das Problem, dass sich bei Ihren Tieren im Laufe der Jahre eine Organproblematik einstellt. Bei einer solchen Diagnose können Sie durchaus mit geeigneten Mitteln für Erleichterung sorgen. 
Bei Leberproblemen kann Sylimarin helfen. Ein Konzentrat aus der Mariendistel wirkt unterstützend auf den Leberstoffwechsel ein.
Cranberry wird bei Nierenproblematik eingesetzt. Doch auch bei Herzproblemen wurde es schon manchem Vogelhalter empfohlen.
Kurkuma wird bei und gegen alles eingesetzt. Egal ob Arthrose oder Gicht, bei Entzündungsprozessen oder neurologischen Problemen. Gerade bei diesen Mitteln gilt:
Besprechen Sie sich mit Ihrem Tierarzt und schauen Sie in unserem Forum nach. Auf diesem Gebiet geschieht ständig Neues und hier können Sie sich mit anderen Vogelhaltern austauschen und viele nützliche Tipps und die neuesten Informationen erhalten.

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